Montag, 31. Januar 2011

Ärger mit ThyssenKrupp-Stahlwerk in Brasilien

Ach ja, da gehen unsere erfolgreichen und hochgejubelten Deutschen Großkonzerne nach Brasilien, um dort zu investiere, aber an Auflagen und Gesetze scheinen sich diese nicht halten zu müssen. Es ist eine Schande, wie sich Thyssen Krupp verhält und versucht, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Die Anschuldigungen reichen von gefälschten Gutachten über die Nichtbeachtung von Umweltauflagen bis hin zur Beschäftigung von Milizen.Dazu fällt mir nur ein: Que vergonha!!!

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Streit um Mindestlohn in Brasilien

Der Ton im Streit zwischen der brasilianischen Regierung und den Gewerkschaften des südamerikanischen Landes um die Erhöhung des gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohns und die Anpassung der Steuerstufen verschärft sich. Präsidentin Dilma Rousseff bekräftigte laut Medienberichten Ende der Woche, dass sich das Angebot der Regierung, den monatlichen Mindestlohn auf 545 Reais (umgerechnet 237 Euro) anzuheben, an dem Wirtschaftswachstum der letzten zwei Jahre orientiere. Dieses Vorgehen sei von den Gewerkschaften mit Vorgänger-Präsident Lula so vereinbart worden. "Wir wollen wissen, ob die Gewerkschaftsdachverbände sich an dieses Abkommen halten wollen oder nicht", so Rousseff gegenüber der Presse.

Die Gewerkschaften hingegen fordern umgerechnet 15 Euro mehr (580 Reais) und bezeichnen das Angebot der Regierung als ungenügend, wie der brasilianische Gewerkschaftsdachverband CUT auf seiner Homepage mitteilt. Der CUT-Präsident im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul, Celso Woyciechowski, wies auf das erhebliche Wirtschaftswachstum 2010 und die Notwendigkeit hin, die Arbeitenden angemessen daran zu beteiligen.

"Außerdem ist die Anpassung der Steuerstufen absolut notwendig", sagte Woyciechowski. Ohne eine solche Anpassung der Steuerprogressionssätze würden die Arbeitenden mehr zahlen müssen. Woyciechowski wies auch darauf hin, dass es nur durch gerechtere Einkommensverteilung möglich wäre, die Armut in Brasilien auszulöschen – eine klare Anspielung auf das erklärte Hauptziel von Präsidentin Rousseffs Regierung: die extreme Armut im Land zu besiegen.

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Streit um Mindestlohn in Brasilien

Ich hoffe sehr, dass der Mindestlohn in Brasilien noch wesentlich weiter ansteigt. Mit einem Lohn von 545 Reais kann man in Brasilien einfach nicht überleben. Dieser Mindestlohn ist lächerlich undviel zu gering. Eine gerechtere Einkommensverteilung muss in Brasilien vollzogen werden!

Rio und São Paulo gehören zu den Städten der Zukunft

Die McCann Group hat unter seinen Kunden eine weltweite Umfrage durchgeführt um herauszufidnen, welche 40 Städte in der Zukunft eine starke Rolle spielen werden. Unter anderem wurden die wirtschaftlichen Chancen für die Zukunft berücksichtigt und das globe Interesse an den jeweiligen Regionen. Des Weiteren wurde das Potential der Städte bewertet.

Rio ist aufgrund der Olympischen Spiele 2016 ein enorm wichtiger Ort für Investionen im Bereich Infrastruktur und São Paulo ist als Megametropoloe der Standort in Lateinamerika und entwickelt sich unaufhaltbar weiter. 

Dann bleibt uns nur zu hoffen, dass die Probleme auch wirklich angepackt werden und die Lebenszustände sich in den Städten nachhaltig verbessern.

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Rio e São Paulo entre as cidades do futuro

Hitzrekord in Rio de Janeiro

In Rio de Janeiro stieg am letzten Freitag das Thermometer auf über 40 Grad Celsius an. In Santa Cruz, in der Ostzone von Rio de Janeiro, stieg das Thermoteter auf 41,1 Grad Celsius an, was die bisherige Höchstemperatur in diesem Jahr bedeutet. Mit Abkühlung ist in den nächsten Tagen nicht zu rechnen und die Temperatur wird sich weiterhin um die 40 Grad Celsius bewegen.

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Neue Fotos von indigenen Völkern in Brasilien

Der Menschenrechtsorganisation "Survival International" liegen noch nie dagewesene Fotos von indigenen Vökern vor, die von der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI). Die Fotos zeigen die Gemeinde sehr detailiert und geben Aufschluß über das zurückgezogene Leben. Die Bilder dienen einer Kampagne zum Schutz der indigenen Völker.

Weitere Informationen und Fotos:

Brasilien: Einzigartige neue Fotos von unkontaktiertem Volk
Sonntag, 30. Januar 2011

Die Caipirinha

Ich möchte heute gerne einen Beitrag über das brasilianische Getränk Caipirinha schreiben. Mir liegt dieses Thema am Herzen, weil ich zum einen selbst leidenschaftlich gerne Caipirinha trinke und zum anderen, weil es in Deutschland nur äußerst selten eine gute und richtig zubereitete Caipirinha gibt.

Die Caipirinha ist wohl das am weitesten verbreitete brasilianische Getränk und übersetz bedeutet es soviel wie "kleines Landei". Caipira bedeutet im portugiesischen "Landei" oder "Hinterwäldler". Durch den Diminutiv "inha" heisst es in etwas "kleines Landei" oder "Hinerwäldlerchen". Der Unsprung des Getränks liegt sehr wahrscheinlich im Hinterland des Bundesstaates Paraná, in dem es als Medikament gegen Grippe galt. Heutzutage kennt fast jeder den erfrischenden Drink aus Brasilien, der es längst zu weltweitem Ruhm gebracht hat.

Heutzutage und vor allem in Brasilien wird die Caipirinha in den verschiedensten Variationen Angeboten. Der Cachaça kann unter anderem durch Vodka oder Sake ersetzt werden. Auch bei der Wahl der Früchte ist eigentlich keine Grenze gesetzt. Das reicht von Mango und Ananas bis zu Kiwi, Erdebeere oder Maracuja. Da es bei uns oftmals nur die Standardversion mit Limette gibt, möchte ich kurz beschreiben, wie sie original zubereitet wird.

Die original Caipirinha besteht aus vier Zutaten. Diese sind:
  • Cachaça 
  • Limette
  • weißer, raffinierter Zucker (kein brauner Rohrzucker!)
  • Eis in Würfeln oder sehr grob gehackt (kein Crushed Ice!)
Idealerweise wird die Caipirinha in dem Glas, aus dem sie auch getrunken wird, zubereitet. Man schneidet eine Limette in der Mitte durch und viertelt die beiden Hälften. Diese werden im Glas mit ca. 2 Esslöffeln Zucker gefüllt. Das ganze wird dann im Glas zerstampft. Man sollte die Limette nicht zu lange zerstampfen, da sie ansonsten Bitterstoffe abgibt (wahlweise kann die Limette auch geschält werde). Das Glas nun mit Eis füllen und mit Cachaça (4cl-8cl) aufgießen. Die Caipirinha nun ordentlich durschmischen und fertig!

Oftmals bekommt man hier seine Caipirinha mit braunem Rohrzucker und gecrushtem Eis serviert, was den Geschmack unheimlich verfälscht. Der grobkörnige Rohrzucker löst sich nur sehr schwer auf und kann sich nicht mit dem Cachaça vermischen. Und das gecrushte Eis verformt sich nach ein paar Minuten zum einen riesigen Eisklumpen. Also wenn kein raffinierter, feinkörniger Zucker vorhanden ist, dann lieber normalen, weißen Zucker nehmen. Ansonsten gibt es auch hier in den Supermärkten "Feinen Zucker" zu kaufen.

Saúde!

Freitag, 28. Januar 2011

Brasilianische Sounds #1

Ich möchte Euch gerne regelmäßig mit brasilianischer Musik auf meinem Blog versorgen. Die brasilianische Musik ist enorm vielfältig und reicht von den verschiedensten Stilen wie Samba, Axé und Bossa Nova hin zum  Rock und Pop. Brasilianische Musik ist oftmals durch die Einflüsse typischer Instrumente wie der Cuíca oder dem Berimbau beeinflusst. Diese Instrumente machen die brasilianische Musik so unverwechselbar und einzigartig. Musik gehört in Brasilien zum Alltag und hat dort einen enorm hohen Stellenwert. 

Ich beginne heute mit einer kleinen Auswahl mit Liedern von Zeca Pagodinho, Jorge Ben und Milton Nascimento. Toca aí!!!







Das beliebte Ziel der ausländischen Geldgeber

Das Jahr 2011 war gerade ein paar Stunden alt, da ging eine brasilianische Ära zu Ende. Am 1. Januar übergab Luiz Inácio Lula da Silva die grüngelbe Schärpe des Präsidenten an Dilma Rousseff, seine Erbin. Lula hatte die Tochter eines bulgarischen Einwanderers zur Kandidatin der Arbeiterpartei PT gemacht, er selbst durfte nach acht Jahren nicht mehr antreten. Im zweiten Wahlgang gewann seine vormalige Kabinettschefin mit seiner Hilfe souverän. Früher hatte sie als Guerillera die Militärdiktatur bekämpft und wurde im Gefängnis gefoltert. Während ihrer Bewerbung für Lulas Nachfolge überstand Dilma Rousseff eine Chemotherapie, trug Perücke und bezwang den Lymphdrüsenkrebs. Jetzt führt sie als erste Frau die 191 Millionen Brasilianer und soll Lulas Akrobatik nachmachen: den Spagat zwischen dem Davoser Wirtschaftsforum und dem alternativen Sozialforum, das in ihrer Heimat Porto Alegre gegründet wurde.

Der leutselige Vorgänger stammt aus dem bettelarmen Nordosten, war Schuhputzer, Dreher und Gewerkschaftsführer. Lula kam in Bretterbuden genauso gut an wie in vielen Vorstandsetagen, er stand für Brasiliens Höhenflug. Seine Wirtschaftspolitik war eher orthodox als links, mit dem starken Real als Basis. Unter dem Volkshelden wurde Brasilien zum optimistischen Liebling der Investoren, bekam Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 und fand viel Öl im Atlantik. Bald will das fünftgrößte Land der Erde auch die fünftgrößte Wirtschaftsmacht sein. Dank Sozialprogrammen stiegen Millionen Landsleute in die Mittelklasse auf und wurden Konsumenten eines blühenden Binnenmarktes. 'Ich bin gekommen, um das Werk des Präsidenten Lula zu stärken', sprach Senhora Rousseff, ehe sie in Brasilia den Palácio do Planalto bezog, den Palast der Hochebene, ihren Amtssitz: 'Brasilien hat sich verbessert, doch es beginnt eine neue Ära.'

Sie übernahm in 37 Ministerien 15 Minister Lulas. Sie behielt Wirtschaftsminister Guido Mantega und übertrug Alexandre Tombini die Führung der Zentralbank, das gefiel den Märkten. Ökonom Tombini hatte sich zuvor unter Vorgänger Henrique Meirelles bewährt. 'Mission erfüllt', sagte Meirelles zum Abschied. Seit 2008 trägt Brasilien den Investment-Grade. Die Landeswährung Real ist gegenüber dem US-Dollar doppelt so viel wert wie vor Lula, deshalb überfluten brasilianische Touristen Nachbarländer wie Argentinien. Der Aktien-Index von São Paulo hat sich versechsfacht. Den Schwung will Dilma Rousseff mitnehmen. Doch es ist auch Gefahr im Verzug.

Ihre Amtszeit begann gleich mit einer Tragödie. Nach sintflutartigem Regen in den Bergen hinter Rio de Janeiro rissen Wassermassen Häuser und Bewohner mit, Schlammlawinen begruben Teile von Städten wie Teresãpolis, Nueva Friburgo und Petrãpolis. Mehr als 800 Tote wurden bisher gefunden, Tausende Gebäude zerstört. Die Naturkatastrophe zeigte, dass der brasilianische Fortschritt mancherorts auf tönernen Füßen steht. Vor allem viele Armenviertel, die sogenannten Favelas, sind mangels Bauland und Bauaufsicht an ungesicherten Hängen gewachsen - laut Statistik leben fünf Millionen Brasilianer in Risikogebieten. Brasilien leidet trotz seines Booms nach wie vor unter einer extrem ungleichen Verteilung des Einkommens, viele Einwohner können nicht lesen und schreiben und ernähren sich schlecht. Unter diesen Umständen konnten sich Drogenbanden und Milizen in den Slums ausbreiten, oft mit Hilfe von korrupten Polizisten und Politikern.

Das soll sich ändern. 'Der hartnäckigste Kampf meiner Regierung wird der Kampf für die Ausrottung der extremen Armut sein', verkündete die neue Wortführerin Rousseff. Sie will einerseits weiter in die vielfach marode Infrastruktur investieren. Und muss andererseits sparen. Die 'Eiserne Lady' gilt als durchsetzungsfreudige Technokratin, unter Lula war sie eine Art Managerin gewesen und verantwortlich für das Wachstumsprogramm PAC. Inzwischen hat die frühere Kommunistin sogar beschlossen, die überlasteten Flughäfen teilweise zu privatisieren. Außer modernen Terminals braucht das Riesenreich auch bessere Häfen, Straßen, Schulen, Universitäten. Dilma Rousseff verspricht die Reform von Steuersystem, politischen Strukturen und Erziehung: 'Ich will alle einladen, am Umbau unseres Landes mitzuarbeiten', sie hat sich viel vorgenommen.

Helfen soll der Reichtum aus dem Meeresboden. Vor Rio und São Paulo wurden gewaltige Ölvorkommen entdeckt, jedoch bis zu 7000 Meter tief und unter einer kräftigen Salzschicht. Der halbstaatliche Konzern Petrobras will den Fund in Milliarden Petrodollars verwandeln. 70 Milliarden Dollar sammelte das Unternehmen im September für die Tiefseebohrungen ein, es war die größte Kapitalerhöhung der Wirtschaftsgeschichte. Lula genoss die Auftritte vor Bohrtürmen und an der Börse von São Paulo. Umweltschützer sind entsetzt von der Versessenheit auf das Öl und von neuen Wasserkraftwerken im Gebiet des Amazonas. Ausländische Geldgeber stehen Schlange, das einst wankelmütige Brasilien ist unterdessen ein beliebtes Ziel geworden. Auch Firmen wie der Flugzeugbauer Embraer sind längst in die Weltliga abgehoben. Allerdings hat der Aufschwung riskante Nebenwirkungen.

Es fehlt Fachpersonal. Und mit der Einführung des Real wurde die Inflation besiegt wie eine Seuche, zuletzt lag sie wieder bei gut fünf Prozent. Der Real ist inzwischen zu teuer. Dilma Rousseff und die Notenbank wollen eine weitere Aufwertung kontrollieren und gleichzeitig die Inflation, die Leitzinsen könnten von 10,75 Prozent auf zwölf Prozent steigen. Das selbstbewusste Brasilien macht mit bei der globalen Währungsschlacht.

Nach Davos indes reist Dilma Rousseff nicht, sie schickt Außenminister Antonio Patriota, den Chef der mächtigen Entwicklungsbank, Luciano Coutinho, Notenbankleiter Tombini und Petrobras-Präsident José Sérgio Gabrielli. Davos-Organisator Klaus Schwab will die ersten 100 Tage der Regierung Rousseff dafür mit einer Veranstaltung Ende April in Rio würdigen, meldet die Zeitung OEstado do São Paulo. Lula dagegen soll im Februar beim Sozialforum in Dakar auftreten, heißt es. Das Thema: 'Die Krise des Systems und der Zivilisationen'.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 26.01.2011
Donnerstag, 27. Januar 2011

Rüstungsprojekte auf dem Prüfstand

Brasiliens neue Staatspräsidentin Dilma Rousseff will einige der ambitionierten Rüstungsprogramme des Landes überprüfen. Grund soll die derzeit kritische Finanzlage des Staatshaushaltes sein. Doch auch politische Motive dürfen nicht ausgeschlossen werden.

Nachdem die Präsidentin bereits den Kauf von 36 Kampfjets für die brasilianische Luftwaffe auf 2012 verschoben hatte, soll jetzt auch der geplante Kauf von 11 Marineschiffen auf den Prüfstand kommen, berichten Zeitungen. Rousseffs Vorgänger, Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, hatte die Rüstungsgeschäfte eingefädelt, die endgültige Entscheidung jedoch seiner Nachfolgerin überlassen. Die Schiffe sollten eigentlich vom italienischen Schiffsbauer Fincantieri bezogen werden. Doch die derzeit angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern stellten den Deal zuletzt in Frage. Italien hatte vor wenigen Tagen ein entsprechendes Militärabkommen mit Brasilien auf Eis gelegt - eine Reaktion auf die Entscheidung Lulas, den in seinem Heimatland verurteilten italienischen Terroristen Cesare Battisti nicht auszuliefern.

Neuen Schiffe sollen Ölvorkommen beschützen

Für 10 Mrd. Reais will die Marine über die nächsten 12 Jahre 5 Patrouillenboote, 5 Fregatten und 1 Versorgungsschiff anschaffen. Diese sollen die riesigen Hochsee-Ölvorkommen des Landes beschützen, so die Regierung. Zwar stimme Rousseff im Prinzip dem Kauf der Schiffe zu, würde das Projekt jedoch gerne um einige Jahre verschieben, berichten brasilianische Zeitungen. Zudem denkt man über alternative Lieferanten nach. Dabei könnte sich laut den Meldungen auch das deutsche Unternehmen ThyssenKrupp berechtigte Hoffnungen auf einen Auftrag machen, neben englischen, südkoreanischen, spanischen und französischen Anbietern.

Der französische Rüstungsbetrieb DCNS baut für Brasiliens Marine bereits fünf U-Boote, die ebenfalls die Ölfelder des südamerikanischen Landes sichern sollen. Mit Frankreich hatte Ex-Präsident Lula für gut 20 Mrd. Reais Rüstungsverträge abgeschlossen - neben den U-Booten orderte Brasilien auch moderne Kampfhubschrauber. Dafür unterstütze Frankreich den Wunsch Brasiliens nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, vermuten Experten.

Unstimmigkeiten zwischen Lula und Verteidigungsminister Jobim

Auch auf den Auftrag zur Lieferung von 36 Kampfjets macht sich Frankreichs Rüstungsindustrie berechtigte Hoffnungen. So hatte Lula bereits letztes Jahr angedeutet, den Auftrag an das französische Unternehmen Dassault vergeben zu wollen. Doch diese eher politische als militärische Entscheidung war auf offene Kritik aus dem Verteidigungsministerium gestoßen. So hatten sich die Militärs angeblich für den Kauf der wesentlich günstigeren Gripen-Jets des schwedischen Konzerns SAAB entschieden.

Die damals an die Öffentlichkeit gedrungenen Unstimmigkeiten zwischen dem Verteidigungsministerium und dem Präsidenten hatten zu einer Schwächung von Verteidigungsminister Nelson Jobim geführt. Auch die jetzt angekündigte Überprüfung der anstehenden Deals kann als Retourkutsche für Jobim verstanden werden. Offiziell bleiben jedoch die klammen Staatskassen das Motiv der Überprüfung.

Erst vor wenigen Tagen zirkulierten Spekulationen nach denen Rousseff dieses Jahr zwischen 50 und 60 Mrd. Reais im Haushalt einsparen muss, will sie die strengen selbst gesetzten Finanzvorgaben der Regierung einhalten. Milliarden schwere Rüstungsabkommen passen da nicht ins Bild.

Brasilien verstärkt Kampf gegen Währungsaufwertung

Brasilien verschärft seinen Kampf gegen die Aufwertung seiner Landeswährung Real. Die Notenbank will erstmals auch Termingeschäfte mit Devisen bei ihren üblichen Marktauktionen anbieten. Der Real hatte im vorigen Jahr 4,6 Prozent zum US-Dollar zugelegt, 2009 sogar um gut ein Drittel aufgewertet. Dies hatte bei Regierung und Wirtschaft Sorgen über eine Belastung der heimischen Exporte ausgelöst. Die US-Bank Goldman Sachs bezeichnete den Real zuletzt als die am stärksten überbewertete größere Währung.

Link zum Thema:

Nach Schlammlawinen 836 Tote und mehr als 500 Vermisste im Bundesstaat Rio de Janeiro

Nach den verherenden Schlammlawinen ist die Anzahl der Todesopfer und vermissten im Bundesstaat Rio de Janeiro weiterhin gestiegen. Mittlerweile beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf 836 Personen und die Anzahl der noch Vermissten beträgt über 500.

Das Schlimmste ist, dass diese Katastrophe hätte verhindert werden können, da die Behörden schon lange über die Gefahr bescheid wussten. Es werden bereits stimmen laut, dass diese Katastrophe noch hohe Wellen schlagen wird und starke Auswirkungen auf die politische Landschaft Brasiliens haben wird. Eigentlich finden in Rio de Janeiro solche Vorfälle jährlich statt, doch diesmal trifft es nicht wie sonst immer die Armenviertel, die Favelas, sonder auch die gehobene Mittelschicht und die Besserverdienenden.Leider werden solche Mißstände erst richtig wahrgenommen, wenn sie in der Mittelschicht angekommen. Es bleibt abzuwarten, wie die neue Regierung von Dilma mit der Katastrophe umgehen wird und welche Maßnahmen wirklich realisiert werden, um solche Unglücke in Zukunft zu verhindern.

Weitere Information hier:

 
Mittwoch, 26. Januar 2011

Impressionen Parque do Ibirapuera in São Paulo

Der Parque Ibirapuera ist ein großer Stadtpark und das Erholungszentrum in São Paulo. Er wurde zum 400. Geburtstag von São Paulo im Jahr 1954 eingeweiht und hat eine Fläche von 1,584 km². Er befindet sich im Stadtteil Moema. Ibirapuera bedeutet in der Sprache der Tupi- Indianer "verfauelter Baum" oder "verfaueltes Holz". Für die Gebäudearchitektur war u. a. Oscar Niemeyer zuständig und für die Landschaftsarchitektur Roberto Burle Marx.

Sehenswürdigkeiten des Parks sind u. a. das Museum für Moderne Kunst (Museu de Arte Moderna de São Paulo, der Japanische Garten (Jardim Japonês), ein Planetarium und der wunderschöne Springbrunnen in der Mitte des Sees. 

Ich persönlich mag den Park sehr, sehr gerne, obwohl er sich schon von unseren Parks unterscheidet. Das fängt schon damit an, dass es Öffnungszeiten gibt und der Park abends abgeschlossen wird. Aber trotz der Unterschiede ist der Parque do Ibirapuera eine Erholungsoase im stressigen São Paulo. Ab und zu finden auch Konzerte oder sonstige Kulturveranstaltungen statt.
  













Wirtschaftsdatenblatt Brasilien 2009

 

Brasiliens Entwicklung und die deutsche Wirtschaft

Brasilien ist ein Land, das in den letzten Jahrzehnten einen enormen Wandel vollzogen hat. Grob gesagt hat es sich von einem Entwicklungsland, als das es Jahrzehntelang angesehen wurde, hin zu einem Schwellenland entwickelt. Es hat erfolgreich den Sprung auf die nächste Stufe geschafft. Brasilien gehört zu den sogenannten BRICS-Staaten und überzeugt durch starkes Wirtschaftswachstum. Das Land steht heutzutage an der Schwelle, ein Industrieland zu werden und gehört definitiv zu den Gewinnern der Globalisierung. In vielen Bereich weist es bereits Anzeichen einer Industrienation auf, in anderen Bereichen ist es jedoch eher rückständig.

Brasilien ist schon seit einigen Jahrzehnten ein beliebter Investitionsort für die deutsche Wirtschaft. Sicherlich nicht ganz unschuldig daran ist die starke Verwurzelung der deutschen Kultur im (südlichen) Teil Brasiliens. Heutzutage haben sich, überwiegend im Bundesstaat São Paulo, die größten deutschen Unternehmen auf dem brasilianischen Markt etabliert. Unternehmen wie Volkswagen, Siemens, Bosch oder Miele sind schon seit geraumer Zeit auf dem brasilianischen Markt aktiv und nutzen das Potential des Landes und profitieren von ihm als „Tor“ zu ganz Lateinamerika. Die Liste der deutschstämmigen Unternehmen ließe sich beliebig fortsetzen.

Wie bereits erwähnt, ist Deutschland schon seit jeher ein wichtiger Handelspartner für Brasilien. Über die verschiedenen Jahrzehnte hinweg haben sich die wirtschaftlichen Beziehungen weiter ausgebaut und sich so über einen langen Zeitraum hinweg gefestigt. Im Zuge der wirtschaftlichen Expansion in den 60er und 70er Jahren ist der Warenverkehr zwischen den beiden Ländern enorm angestiegen. Dies ist jedoch zu Beginn der 80er Jahre wieder eingebrochen und der Warenhandel brach stark ein. Die ist vor allem auf die wirtschaftliche Stagnation im Brasilien der 80er Jahre zurückzuführen. Zu Beginn der 90er Jahre entspannten sich die Beziehungen wieder und Deutschland stand hinter den USA (19,9%), Japan (7,7%), den Niederlanden (6,7%) und Argentinien (6,6%) mit einem Abnehmerteil von 6,3% auf Platz fünf der brasilianischen Ausfuhren. Mitte der 90er Jahre belief sich das deutsche Außenhandelsgeschäft mit Brasilien auf ca. 8 Milliarden DM. Zehn Jahre später, im Jahre 2004 steht Deutschland auf Platz 4 der wichtigsten Handelspartner für Brasilien mit einem Anteil von 8,7% der brasilianischen Importe.

Auch im Jahre 2010 war Brasilien für Deutschland weiterhin der wichtigste Handelspartner in Südamerika. Umgekehrt bleibt Deutschland für Brasilien weiterhin der viertwichtigste Handelspartner.
Montag, 24. Januar 2011

Herzlichen Glückwunsch São Paulo!!! Parabéns São Paulo!!!

Heute, am 25. Januar, feiert die größte und wirtschaftlich wichtigste Stadt ganz Lateinamerikas ihren 457. Geburtstag.

Weitere Infos zum Thema:


Willkommen/Bem-vindos

Liebe Brasilienfreunde,

nach langer Zeit habe ich es nun endlich geschafft, meinen lang ersehnten Blog "Inside Brasil" zu erstellen! Meine Intention ist es, wissenwertes über Brasilien zusammenzutragen und einen interessanten Blog mit den verschiedensten Informationen über die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen, über Kultur und Musik und viele weitere interessante Aspekte, aufzubauen!

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!

Grüße Leif


Queridos amigos do Brasil,

depois de tanto tempo, eu finalmente consegui criar meu Blog "Inside Brasil". Minha intenção é juntar informações sobre Brasil e construir um blog bem interessante com informações sobre as relações econômicas entre Brasil e Alemanha, cultura, música e varios outros temas!

Divirtam-se com o meu Blog!

Abração

Leif

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Mein Name ist Leif, ich bin 31 Jahre alt und wegen beruflicher als auch privater Interessen sehr brasilienverbunden. Ich möchte Euch mit meinem Blog Brasilien näherbringen und Infos aus den verschiedensten Bereichen zusammentragen! Abração
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