Dienstag, 15. Februar 2011

ThyssenKrupp macht Zugeständnis an Umweltamt

Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp sieht sich in seinem brasilianischen Stahlwerk zu Zugeständnissen gegenüber den Umweltbehörden gezwungen. Die dortige Tochter CSA investiere zusätzliche 45 Mio. Euro in Anlagen zur Emissionsvermeidung, bestätigte ein ThyssenKrupp -Sprecher auf Anfrage. Geplant seien eine Entstaubungsanlage für das Roheisenabkühlungsbecken und ein zweites Kransystem. Die Projekte seien im Dezember verabschiedet worden.

Die Umwelt- und Anlaufprobleme der neuen Stahlwerke schlagen sich immer spürbarer in der Bilanz nieder. In seinem am Freitag veröffentlichten Quartalsbericht musste ThyssenKrupp die Prognose für den Jahresverlust der neuen Stahlwerke in Brasilien und dem US-Bundesstaat Alabama revidieren: Statt eines Minusbetrags in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet der Vorstand nun einen Verlust im höheren dreistelligen Bereich.

Der neue Vorstandschef Heinrich Hiesinger begründete dies vor allem mit Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der Kokerei, die zusätzliche Käufe teurer Kokskohle nach sich zögen.
Wegen sehr guter Geschäfte in den anderen Sparten kann Hiesinger die Konzernjahresprognose dennoch halten. Demnach soll das bereinigte Ebit auf rund 2 Mrd. Euro klettern nach 1,2 Mrd. Euro im Vorjahr.
Schwierigkeiten in Brasilien.

Die Probleme in Brasilien wirken sich inzwischen auf die gesamte Lieferkette aus. Da die neue Hütte wohl nur drei Millionen statt 3,5 Millionen Tonnen Rohstahl produzieren werde und auch den Standort Duisburg beliefere, müsse der Konzern mehr Rohstahl extern zukaufen, sagte der scheidende Finanzchef Alan Hippe. "Löst die Schwierigkeiten in Amerika - und eine Menge Dinge im Konzern sind geklärt", sagte Hippe zum Abschied in einer Telefonkonferenz.

Hiesinger betonte in seinem ersten Quartalsbericht, der Schuldenabbau habe "höchste Priorität". Daneben werde er das Technologiegeschäft stärken, um vom Stahlzyklus unabhängiger zu werden. 
 
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Ungemütliches Brasilien

Die "Bar do Mineiro" ist eine Szene-Kneipe bei mir um die Ecke, sie ist vom Fußboden bis knapp unter die Decke weiß gefliest und von 15 Neonröhren beleuchtet. Und ich bin offenbar der einzige weit und breit, dem das nicht so gefällt, denn der "Mineiro" ist immer rappelvoll. An dem harten, kalten Licht, das Neonröhren und Energiesparbirnen abstrahlen, scheint sich in Brasilien niemand zu stören. In gardinenlosen Wohnungen brennen überhelle Birnen kalt von der Decke. Der traute Schein, die Wärme gedämpften Lichtes - das gibt es natürlich in Brasilien auch. Aber es scheint nicht wichtig zu sein. Als sei die Idee von Gemütlichkeit den Brasilianern fremd.

Einen sozialen Hintergrund kann das nicht haben. Ich bin extra in der Dämmerung die Hühnerleiter hinauf aufs Dach geklettert. Da sieht man vor dem Zuckerhut die Favela Santo Amaro, die sich durchaus malerisch über einen Hügel zieht, aber das Verhältnis von gelblich-warmen zu neon-kalten Fensterhöhlen ist ungefähr das gleiche wie beim Panorama auf der anderen Seite meines Daches, wo der Blick auf Villen und Apartmentblocks fällt. Es sind nicht die Armen, es sind nicht die Reichen, denen das eiskalte Licht nichts ausmacht. Es sind die Brasilianer.

Schwer zu sagen, woran das liegt. Meine Theorie: An der Idee des Fortschritts, und die wird in Brasilien viel unbekümmerter hochgehalten als in Europa, wo wir ja schon vor Jahrzehnten über die Janusköpfigkeit des Fortschritts Abituraufsätze schreiben mussten. Scheint im gelblich-warmen Licht nicht auch immer die Reminiszenz an die ums Feuer gelagerte Urhorde auf? Sehnen wir uns, selbst im Fortschritt der Moderne, nicht immer ein bisschen nach der Natur und ihren elementaren Zuständen?

In Brasilien dagegen war Fortschritt immer die schlichte Antithese zur Natur. Roden und Siedeln, Abholzen und Anbauen, Entwalden und Entwickeln - ein Volk, dessen kollektives Unterbewusstsein von solchen Zyklen geprägt ist, sehnt sich nicht nach Urfeuern und Urhorden zurück. Strom ist der Fortschritt schlechthin - lieber ein bisschen mehr davon als zu wenig. Und so sind Brasiliens Lampen immer zu grell, das Bier ist immer zu kalt, die Musik immer zu laut. Jedenfalls für unsereinen.

Unter "Gemütlichkeit" bietet mein Wörterbuch übrigens vier Übersetzungen an: comodidade, conforto, intimidade, jovialidade. Also Bequemlichkeit, Komfort, Intimität, Jovialität. Anders gesagt: Das Wort Gemütlichkeit gibt es im Brasilianischen gar nicht.

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Ungemütliches Brasilien

Also lieber Redakteur, wie wäre es denn mit dem Wort "aconchego"? Eventuell wäre ein neues Wörterbuch eine sinnvolle Investition!?
Montag, 14. Februar 2011

Brasilien kündigt Haushaltskürzungen an

Die brasilianische Regierung hat eine Kürzung des Staatshaushalts für 2011 um 50 Milliarden Real (rund 22 Milliarden Euro) angekündigt. Mit Einsparungen in Höhe von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts will Finanzminister Guido Mantega die Zentralbank bei der Bekämpfung der Inflation unterstützen. Die Preissteigerung hatte mit 6 Prozent in zwölf Monaten zum Januar die höchste Rate seit sechs Jahren erreicht. Die Zentralbank hat im Januar bereits die Leitzinsen um ein halbes Prozent auf 11,25 Prozent angehoben, um der Inflation Einhalt zu gebieten. Ökonomen rechnen mit weiteren Zinsschritten in den kommenden Monaten. Zinserhöhungen der Zentralbank locken indes zusätzliche Kapitalzuflüsse nach Brasilien und fördern eine unerwünschte Aufwertung des Real, die zu einer drastischen Zunahme der Importe (2010: plus 42 Prozent in Dollar) und zu einer Verdrängung der lokalen Industrie durch die Auslandskonkurrenz geführt hat. Die Regierung hat bereits mehrfach die Steuern auf Kapitalzuflüsse erhöht, um die Aufwertung zu stoppen. Mit den Ausgabenkürzungen beende die Regierung die stimulierenden Maßnahmen, mit denen sie die Konjunktur nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise ab Ende 2008 angekurbelt hatte.

Verlust in Brasilien bremst Thyssen-Krupp

An den neuen Stahlstandorten in Amerika zeichnen sich zwar höhere Anlaufverluste als bisher erwartet ab. Aber der Vorstand von Thyssen-Krupp gibt sich zuversichtlich, dass der Stahl- und Technologiekonzern im gesamten Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) die auf der Hauptversammlung prognostizierten rund zwei Milliarden Euro Ergebnis vor Zinsen und Steuern schaffen wird. Schmerzliche 378 Millionen Euro Verlust hat der neue Unternehmensbereich Steel America in den ersten drei Monaten eingefahren, wie dem Quartalsbericht zu entnehmen ist. Weil die Verlustquelle in der brasilianischen Stahlhütte noch nicht geschlossen ist, dürfte der bisher im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostizierte Verlust wohl noch etwas größer ausfallen, räumt das Unternehmen ein. Jedoch beschleunigt sich der Aufschwung in allen anderen Geschäftsfeldern, die im Berichtszeitraum allesamt einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet haben. "Wir registrieren eine erfreuliche konjunkturelle Belebung mit einer sehr dynamischen Preis- und Mengenentwicklung im Werkstoff- und Komponentengeschäft", erklärt der neue Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger.

Nachdem im vorigen Geschäftsjahr die Verbesserung des operativen Ergebnisses um zwei Milliarden Euro überwiegend durch Kosteneinsparungen geschafft wurde, können die Konzerngesellschaften ihre Margen nun auch am Markt über die Preise ausweiten. Am stärksten sind die Verbesserungen bei Stahl Europa, Komponenten und Marine, wo die Ebit-Margen weit über dem Wert des vergangenen Geschäftsjahres liegen. In der Edelstahlsparte sind das Ebit (7 Millionen Euro) und die Marge (0,4 Prozent) zwar bescheiden, aber nach 57 Millionen Euro Verlust im Vorjahr immerhin positiv. Im ersten Geschäftsquartal sind Auftragseingang und Umsatz um jeweils mehr als 20 Prozent hochgeschnellt. Weit über diesem Konzernwert hat Stahl Europa die Erlöse um 30 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis liegt mit 399 Millionen Euro erheblich über allen Quartalswerten des vorangegangenen Jahres.

Während im Konzern das operative Ergebnis "nur" 6 Prozent auf 645 Millionen Euro abnahm, fiel der Rückgang beim betrieblichen Ergebnis auf 254 (329) Millionen und erst recht beim Ergebnis vor Steuern auf 145 (313) Millionen Euro wesentlich stärker aus. Wichtige Einflussfaktoren waren ein im Vergleichszeitraum angefallener Gewinn aus Unternehmensverkäufen (93 Millionen Euro) und ein um 90 Millionen auf negative 109 Millionen Euro verschlechtertes Finanzergebnis. Die Anlaufprobleme in Brasilien und der durch das wachsende Geschäft steigende Betriebsmittelbedarf - nicht zuletzt die deutlich verteuerten Rohstoffe - haben die Nettofinanzschulden erheblich nach oben gedrückt.

Sie haben sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt und allein im ersten Quartal um gut 2 Milliarden Euro zugenommen. "Die Reduzierung der Nettofinanzverschuldung hat für uns höchste Priorität", sagte Hiesinger. Er kündigte an, die eingeleitete strukturelle Verbesserung im laufenden Geschäftsjahr konsequent fortzusetzen: "Hierzu gehören weitere Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen, gezielte Anpassungen des Portfolios, aber auch ein verbessertes Management unserer Vorratsbestände."

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Freitag, 11. Februar 2011

Sergio Mendes wird 70

Tja, was bleibt einem da noch groß zu sagen? Parabéns Sergio e tudo de bom pra você!!!

Sergio Mendes gehört zweifelsohne zum einem der wichtigsten Musiker in der brasilianischen Musiklandschaft. Seit über fünf Jahrzehnten ist er aktiv und hat es im Laufe der Zeit zu weltweitem Ruhm gebracht. Ich hoffe und wünsche mir, das Sergio Mendes wieder zu seinen Wurzeln zurückfindet und die Zeiten des 2006 erschienenen Albums "Timeless" hinter sich lässt.

Website von Sergio Mendes:

Website Sergio Mendes

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«Brasil-Pop-Legende» Sergio Mendes wird 70

Vom Freund zum Partner - Die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen im Wandel

Ich möchte Euch gerne eine aktuelle Studie über die deutsch-brasilianischen Beziehungen vorstellen, die ich als sehr interessant erachte. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über das Image der Länder und über die Wissenschafts- und Kulturbeziehungen der Länder. 

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Vorwort:

Brasiliens rasanter Wandel vom Entwicklungsland hin zur achtgrößten Volkswirtschaft der Welt zeigt: Hier ist den westlichen Industriestaaten ein ernstzunehmender Partner auf der globalen Bühne erwachsen. Wirtschaftlich spielt Brasilien bald in der ersten Liga: Das brasilianische Flugzeugbau-Unternehmen Embraer steht an dritter Stelle weltweit, und der Ölkonzern Petrobas gehört in seiner Branche an die Weltspitze. 

Doch auch Kunst und Kultur aus Brasilien werden auf dem internationalen Kulturmarkt längst nicht mehr als exotische Farbtupfer mit sinnlicherotischem Lokalkolorit rezipiert. Jenseits des Dreiklangs "Samba, Fußball, Karneval" ist mit Paulo Coelho ein Autor zu Weltruhm gelangt, der als Vermittler universaler Werte in einer Welt des globalen Wandels gilt. Und die Capoeira-Begeisterung im Westen macht deutlich, dass Brasiliens Musik-, Tanz- und Kampfkultur sinnlich und körperlich erfahrbar sind, ohne auf erotische Klischees reduzierbar zu sein. 

Die Bundesrepublik würdigt Brasilien gleich mit zwei großen Ereignissen: Im Jahr 2013 ist Brasilien Gastland der Frankfurter Buchmesse. Gleichzeitig wird ein Deutschlandjahr in Brasilien stattfinden. Beide Ereignisse bieten dem Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) den Anlass, vertieft über die Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern nachzudenken. Die im Rahmen des neuen ifa-Stipendienprogramms "Kultur undAußenpolitik" entstandene Studie geht den Fragen nach, wo die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen auf bewährte Formen des Dialogs zurückgreifen können, wo sich indes auch Defizite zeigen und wie die Akteure der Kulturarbeit beiderLänder dem neuen Stellenwert Brasiliens auch mit neuen Programmen und Strategien begegnen müssen. 

Dabei warnt der Autor davor, sich auf der langjährigen gemeinsamen Geschichte und den positiven Erfahrungen der Vergangenheit auszuruhen: Die Vernachlässigung Lateinamerikas in der letzten Dekade durch neue Herausforderungen wie deminternationalen Terrorismus, der EU-Osterweiterung und den aufstrebenden ostasiatischen Staaten haben dazu beigetragen, dass Teile der EntwicklungBrasiliens nicht ausreichend zur Kenntnis genommen wurden. Man müsse, so die These des Autors, das neue Selbstbewusstsein Brasiliens genauso ernst nehmen wie die neue Konkurrenz vor Ort, da nicht nur weitere europäische Staaten, sondern auch Länder wie Russland, Iran, China und Indien mittlerweile versuchen, in Brasilien kulturpolitisches Terrain zu erobern. Es gilt jetzt, die oft als selbstverständlich vorausgesetzte Freundschaft zu einer echten Partnerschaft werden zu lassen, um den Herausfordernungen der Zukunft gemeinsam begegnen zu können. 

Der Autor sammelt Beispiele für zukunftsweisende bilaterale kulturelle Initiativen und regt weitere Maßnahmen an, um den deutsch-brasilianischen Beziehungen in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts neuen Schwung zu verleihen. Für sein Engagement möchte ich mich herzlich bedanken. Seiner Studie wünsche ich eine große Resonanz, damit die deutsch-brasilianischen Beziehungen nicht nur im Deutschlandjahr adäquat gewürdigt, sondern auch für die weitere Zukunft auf den richtigen Weg gebracht werden.
Mittwoch, 9. Februar 2011

Währungskrieg: Front gegen China

Timothy Geithner in heikler Mission: Der US-Finanzminister wirbt bei Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff für eine gemeinsame Strategie gegen die Währungspolitik Chinas.

Der Stein des Anstoßes ist Chinas Währung Renminbi: Für die USA ist die aus ihrer Sicht künstlich abgewertete Valuta ein Ärgernis, das sie in ihren bilateralen Beziehungen zum Reich der Mitte immer wieder auf die Tagesordnung setzen - ohne größeren Erfolg.

Als Chinas Staatschef Hu Jintao vor knapp drei Wochen beim Staatsbesuch in Washington weilte, konfrontierte ihn die amerikanische Seite erneut mit der Forderung nach einer Aufwertung des Renminbi - doch Hu beschied nur kühl, dass die Zeit der Dollar-Dominanz vorüber sei.

Von solchen Brüskierungen scheinen die USA die Nase nun voll zu haben - die größte Volkswirtschaft der Welt versucht offenbar einen Verbündeten in ihrem Währungsclinch mit China zu rekrutieren. Aus diesem Grund sei US-Finanzminister Timothy Geithner nach Brasilien gereist, schreibt die Financial Times (FT). Das Reiseziel würde zu dieser Mission passen: Das südamerikanische Land kämpft mit einer Flut billiger Importgüter aus China bei einer gleichzeitigen Aufwertung der Landeswährung Real.

Abwendung von der bisherigen Strategie

Geithner habe Gespräche in der Wirtschaftsmetropole São Paulo und der Hauptstadt Brasilia geführt, um eine gemeinsame Strategie für das Treffen der G-20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure Mitte Februar in Paris zu erörtern, schreibt die FT weiter. Ziel von Geithners Besuch sei außerdem gewesen, die geplante Visite von US-Präsident Barack Obama im März vorzubereiten.

"Brasilien erlebt eine Welle von Kapitalimporten", mahnte Geithner in São Paulo. "Diese Zuflüsse wurden durch die Währungspolitik anderer Schwellenländer verstärkt, die durch eine strenge Kontrolle ihrer Währungspolitik, unterbewertete Landeswährungen künstlich aufrecht erhalten.

Ein Schulterschluss der USA mit Brasilien in Bezug auf die chinesische Währung wäre für Brasilia allerdings eine Abwendung von der bisherigen Strategie. Der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verfolgte eine Handelspolitik, die zumindest zum Teil von seiner Vision einer globalen Südallianz der Entwicklungsländer bestimmt war.

Seine pragmatischere Nachfolgerin Dilma Roussef sorgt sich dagegen eher darum, dass Brasilien hauptsächlich Rohstoffe nach China exportiert, während die verarbeitende Industrie des Landes durch den starken Real und billige Importe geschwächt wird. Roussef tritt zudem gegenüber den USA gemäßigter auf als ihr Vorgänger. Der hatte die US-Geldpolitik für die globalen Geldflüsse verantwortlich gemacht, die zu Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft geführt hätten.

Gemeinsame Stellungnahme bei Obama-Besuch

Von dieser Haltung wendet sich Brasilien unter Roussef nun aber offenbar ab. Eine Person, die brasilianischen Regierungskreisen nahestehe, habe gesagt, dass Brasilia eine gemeinsame Stellungnahme mit den USA zu globalen Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft erwäge, schreibt die FT. Dieses Statement, das auch den unterbewerteten Renminbi thematisiere, solle während Obamas Besuch abgegeben werden.

Sollte den USA dieser außenpolitische Coup gelingen, wäre es ein Etappensieg in der Auseinandersetzung mit China. Denn Brasiliens Stimme wird in ganz Südamerika gehört.

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Dienstag, 8. Februar 2011

São Paulo - Soho in Sampa

Ich habe hier einen interessanten Bericht über São Paulo gefunden, den ich gerne posten möchte. São Paulo ist weiterhin meine Lieblingsstadt in Brasilien und dieser Bericht lässt "mein" São Paulo etwas positiver dastehen, als viele Leute denken mögen.

Que saudades dessa cidade! Te amo São Paulo!

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São Paulo - Soho in Sampa

Großbrand verwüstet "Samba-Stadt"

Die Arbeit von einem Jahr ist verloren: Nur vier Wochen vor Beginn des Karnevals hat ein Großbrand in Rio de Janeiro riesige Hallen vernichtet, in denen die berühmten Umzugswagen gelagert wurden - und die kostbaren Kostüme der Sambatänzer.

Rio de Janeiro - Mehrere monumentale Karnevalswagen, die am 6. und 7. März durch Rios Sambódromo ziehen sollten, gingen am Montag in Flammen auf. Auch Tausende in mühevoller Handarbeit gefertigte Kostüme verbrannten. "Ein Traum ist auf dem Müllhaufen gelandet. Monatelange Arbeit und alles ist weg", sagte ein Mitglied der Samba-Schule "Portela". Große Schäden gab es auch bei den Vereinen "União da Ilha" und "Grande Rio".

Das Feuer entzündete sich auf dem Gelände "Cidade do Samba" (Samba-Stadt) im Hafengebiet von Rio de Janeiro und war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle. Den Behörden zufolge brach der Brand in den Verwaltungsbüros aus und griff rasch auf mehrere Werkstätten der Samba-Schulen über, wo sich die meist aus den Favelas stammenden Mitglieder auf den großen Auftritt vorbereiten. Über der Stadt hing dichter schwarzer Rauch.

Dutzende Mitglieder der Samba-Schulen rannten aufgeregt zu den Werkstätten, um die Ausrüstung zu retten. Das Ausmaß der Zerstörung trieb ihnen die Tränen in die Augen. "Einzig unser Wunsch, an der Parade teilzunehmen, ist nicht verbrannt", klagte Grande-Rio-Leiter Helio de Oliveira sichtlich mitgenommen.

"Das bricht uns das Herz", sagte der Präsident der Unabhängigen Liga der Samba-Schulen, Jorge Castanheira. "Es ist ein unschätzbarer Schaden." Niemand wisse, wie es zu dem Feuer habe kommen können. Nach seinen Worten investiert jeder Verein zwischen fünf und sieben Millionen Reais (2,1 bis ca. 3 Millionen Euro) in seinen Auftritt.

Der Optimismus der Veranstalter und Tänzer ist dennoch unverwüstlich: Trotz der enormen Verluste sollen die Umzüge wie geplant stattfinden. Als bekennender Freund des Karnevals versprach Rios Bürgermeister Eduardo Paes den raschen Wiederaufbau der zerstörten Hallen. Schon ab kommende Woche werde "Samba City" wiederauferstehen, versprach Paes.

Die "Cidade do Samba" in der Hafengegend von Rio gibt es seit sechs Jahren. Davor ließen die Samba-Schulen ihre Wagen und Kostüme in den Slums von Rio herstellen, wo sie auch ihre eigenen Wurzeln haben. Einige Schulen haben bis heute Verbindungen zu kriminellen Gangs in den Slums, doch gehen die Behörden nicht davon aus, dass der Brand mutwillig gelegt wurde. Die "Cidade do Samba" ist inzwischen auch eine Touristenattraktion: Die Hallen sind täglich geöffnet, es treten Tänzer auf und geben Samba-Kurse.

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Brasilien verliert im Wettbewerb mit China

Einer Studie der brasilianischen Nationalen Vereinigung der Industrie (CNI) zufolge, befindet sich die Hälfte der Exportunternehmen des Landes im Wettbewerb mit chinesischen Firmen. Wie nun festgestellt wurde, haben 67 Prozent dieser Unternehmen Marktanteile auf dem globalen Markt verloren. Zudem haben 45 Prozent der Firmen Marktanteile in Brasilien selbst verloren.

Mittlerweile importiert ein Fünftel der brasilianischen Unternehmen Rohstoffe aus Brasilien, doppelt soviel, wie noch 2006. Der Ökonom Flavio Castelo Branco sagte gegenüber der Mercopress, dass die brasilianische Wirtschaft unter der Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US Dollar leide. Die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens werde geschwächt. Dies vor allem in den Sektoren Elektronik, Textilien und Maschinenbau.

Im Jahr 2010 sind die chinesischen Importe in Brasilien um 60 Prozent gestiegen und beliefen sich auf 25,5 Mrd. USD. Branco sagte weiterhin, dass bereits 10 Prozent der brasilianischen Hersteller in China Fabriken errichtet hätten oder dies planten. Somit sei eine starke Veränderung der brasilianischen Industrie zu erwarten.

China ist der wichtigste Handelspartner Brasiliens. Die brasilianischen Exporte nach China stiegen im vergangenen Jahr um 46 Prozent auf 30,7 Mrd. USD.

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Freitag, 4. Februar 2011

Brasilien prüft Verfassung - Das Grundrecht auf Glück

Ach ja, mal wieder eine wunderbare Idee brasilianischer Politiker. Nun soll das Recht auf "Suche nach Glück" im brasilianischen Grundrecht verankert werden. Natürlich ist Glück ein essentieller Bestandteil des Lebens und er macht das Leben oftmals erst Lebenswert, aber wenn die äußeren Umstände nicht stimmen, ist es schlichtweg nicht möglich glücklich zu sein.

Es gibt in der brasilianischen Verfassung sehr wichtige Aspekte, die bereits verankert sind, wie das Recht auf Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Leider sieht die harte Realität in Brasilien oftmals anders aus. Ein Großteil der Bevölkerung lebt immernoch in Armut, es gibt keine funktionierende staatliche Krankenversicherung, das öffentliche Bildungssystem und die Schulen sind teiweise in grotesken Zuständen und die Sicherheit ist vor allem in Großstädten immernoch ein großes Problem. Also liebe brasilianische Politiker, verschwendet bitte nicht Eure Energie in sinnlose Projekte, sondern konzentriert Euch auf das Wesentliche. Leider ist dies ein häufig anzutreffendes Problem in Brasilien. Es wird sich schlichtweg nicht auf das Wesentliche konzentriert. Verbessert bitte zuerst die allgemeinen Lebensumstände, dann kommt das Glück ganz von allein. Denn Glück ist auch neben Armut und Gewalt ein ständiger Begleiter in Brasilien!

Viva a felicidade!!!

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Brasilien prüft Verfassung - Das Grundrecht auf Glück

Rekorddürre im Amazonas Regenwald

Ich hoffe sehr, dass Brasilien bald erkennt, wie enorm wichtig der Regenwald sowohl für das Land, als auch  für den ganzen Erdball ist und das man von ihm in einem intakten Zustand mehr profitieren kann, als ihn systematisch zu zerstören. Natürlich liegt es auf der Hand, dass dies alles andere als leicht ist. Vor allem geht es darum, den Menschen Alternativen aufzuzeigen und zu erklären, wie sie vom Regenwald profitieren können, ohne ihn zu roden und in endlose Weide- und Ackerflächen zu verwandeln.

Die Bemühungen für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes müssen verstärkt werden  nur wird das mit Dilma als neue Präsidentin in absehbarer Zeit wohl nicht geschehen, denn sie hat für den Umweltschutz leider nicht viel übrig.  Ach, wie schön wäre es gewesen, Marina Silva als erste Präsidentin Brasiliens zu haben. Aber eventuell dann in vier Jahren. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!

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Mittwoch, 2. Februar 2011

Brasilianische Sounds #2

So, heute geht es weiter mit dem Post zu den brasilianischen Sounds. Ich hoffe, die Auswahl gefällt. Da mir die verschiedensten brasilianischen Musikstile gefallen, wird das grundsätzlich ein bunter Mix! Toca aí!!!





Dienstag, 1. Februar 2011

Wirtschaftsdaten Brasilien 2010

Für alle, die es interessiert, sind hier die Wirtschaftsdaten von Brasilien aus dem Jahr 2010 von Germany Trade & Invest. Ich persönlich finde diesen kompakten Überblick sehr aufschlussreich und möchte Euch den Link zum Download nicht vorenthalten:

Wirtschaftsdaten kompakt: Brasilien 2010

Berlinale 2011 . Filme mit bras. Beteiligung

Unter folgendem Link könnt Ihr eine Liste von Filmen mit brasilianischer Beteiligung bei der Berlinale 2011 finden. Auch der Gewinner des Goldenen Bären von 2008, José Padilha, ist diesmal mit Tropa de Elite 2 vertreten. Es ist der Nachfolgefilm vom prämierten Tropa de Elite aus dem Jahre 2007. Beide Filme kann ich nur wärmstens empfehlen!!!

Links zum Thema:

Berlinale 2011- Filme mit bras. Beteiligung

Tropa de Elite - Offiicial Website

Tropa de Elite 2 - Official website

Standort São Paulo

São Paulo ist das wirtschaftliche, finanzielle und kulturelle Zentrum Brasiliens bzw. ganz Lateinamerikas. São Paulo ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und der größte Ballungsraum Lateinamerikas. Zuzüglich der Metropolregion hat die Stadt eine geschätzte Einwohnerzahl von fast 20 Millionen Menschen. Sie ist somit eine der größten Metropolen weltweit.

Im Unterschied zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern, ist in Brasilien nicht die Hauptstadt Brasília das größte Ballungszentrum, sondern eben São Paulo. In der Hauptstadt Brasília lebt weniger als 1% der brasilianischen Bevölkerung. Wie in vielen Ländern der Dritten Welt, ist auch in Brasilien die Verstädterung ein großes Problem. Städtische Lebensformen nehmen mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert ein, oftmals verbunden mit der Hoffnung auf eine Beschäftigung. BrasiliensWirtschaftswachstum ist vor allem in  São Paulo an fast jeder Ecke sichtbar. Seien es die etlichen Baustellen, aus denen neue Bürogebäudekomplexe entstehen oder der ungezügelte Konsumdrang der Brasilianer. Es ist das alte Spiel von Angebot und Nachfrage, dass den Markt in Brasilien bestimmt. Da die Brasilianer enormen Wert auf Statussymbole legen, ob nun ein Flachbildfernseher oder ein Handy, steigt die Nachfrage für Konsumgüter unaufhörlich.

Das brasilianische Wirtschaftswachstum hat in den letzten Jahren einen starken Zuwachs an Beschäftigung mit sich gebracht. Bis zum Jahr 2008 kamen jährlich ca. 2,5 Millionen neue Jobs dazu. Und dies nicht im informellen Sektor, sondern im formellen Sektor, also in Form von regulären Arbeitsplätzen. Großen Einfluss hatte unter anderem das Hilfsprogramm Bolsa Família4, das die Kaufkraft der armen Bevölkerung gestärkt hat. Zudem hat der demografische Wandel in Brasilien positiven Einfluss auf die Ökonomie. In den nächsten Jahrzehnten werden Millionen von jungen Brasilianern auf den Arbeitsmarkt strömen. Und am stärksten wird dies in São Paulo zu spüren sein. 4 Das Programm Bolsa Família („Familienstipendium“), das am 09. Januar 2004 in Kraft getreten ist, dient zur Unterstützung der armen Familien in Brasilien. Es werden monatlich zwischen R$ 70-140 pro Person ausbezahlt. Das Programm ist Teil des brasilianischen Wohlfahrtsprogramms Fome Zero.

São Paulo ist der Hauptstandort für deutsche Unternehmen in Brasilien. Ungefähr 1.000 deutschstämmige Unternehmen sind im Bundesland São Paulo angesiedelt und beschäftigen rund 230.000 Arbeitnehmer. Es ist das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Bundesland Brasiliens und bildet somit die höchste Konzentration deutscher Industrie im Ausland. Es wird auch gerne als „größte deutsche Industriestadt außerhalb Deutschlands“ bezeichnet. Rund 15% der brasilianischen Industrieproduktion fallen mittlerweile auf deutsche Firmen zurück.

                                                                Brasilien         SP                   SP
Indikator                                                                        Absolut           Anteil
Fläche qkm                                              8.547.403      248.808             3%
Einwohner in Mio.                                              173              38            22%
Urbanisierungsgrad                                          81,2%       93,4%            -
Zahl d. Erwerbstätigen in Mio. (1999)                 71,7          15,4              21%
Bruttoinlandsprodukt inMrd. $US (2000)              596          209               35%
Davon aus Deutschland                                      4,8          2,5                52%
Ausfuhr in Mrd. $US                                         58,2          20,6              35%
Davon nach Deutschland                                    2,5          0,6                24%
Deutsche Direktinvestitionen in Mio. $US            523          k. a.              -
Anzahl der deutscher Unternehmen             Ca. 1.200     Ca. 1.000       > 80%
Beschäftigte in deutschen Unternehmen     Ca. 250.000   Ca. 230.000   > 90%

Die Tabelle verdeutlicht die außergewöhnliche Stellung São Paulos für ganz Brasilien. Obwohl es gerade einmal eine Fläche von 3% Brasiliens einnimmt, so erwirtschaftet es 35% des brasilianischen BIP. Aber noch signifikanter ist die Bedeutung des Bundeslandes für die deutsche Wirtschaft in Brasilien. Weit über 80% der deutschen Unternehmen sind inSão Paulo angesiedelt und sie beschäftigen dort über 90% ihrer Angestellten.  Somit ist São Paulo unangefochten der Top Investitionsstandort in ganz Südamerika.

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