Dienstag, 15. Februar 2011
ThyssenKrupp macht Zugeständnis an Umweltamt
Der Stahl- und Industriegüterkonzern ThyssenKrupp sieht sich in seinem brasilianischen Stahlwerk zu Zugeständnissen gegenüber den Umweltbehörden gezwungen. Die dortige Tochter CSA investiere zusätzliche 45 Mio. Euro in Anlagen zur Emissionsvermeidung, bestätigte ein ThyssenKrupp -Sprecher auf Anfrage. Geplant seien eine Entstaubungsanlage für das Roheisenabkühlungsbecken und ein zweites Kransystem. Die Projekte seien im Dezember verabschiedet worden.
Die Umwelt- und Anlaufprobleme der neuen Stahlwerke schlagen sich immer spürbarer in der Bilanz nieder. In seinem am Freitag veröffentlichten Quartalsbericht musste ThyssenKrupp die Prognose für den Jahresverlust der neuen Stahlwerke in Brasilien und dem US-Bundesstaat Alabama revidieren: Statt eines Minusbetrags in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet der Vorstand nun einen Verlust im höheren dreistelligen Bereich.
Der neue Vorstandschef Heinrich Hiesinger begründete dies vor allem mit Verzögerungen bei der Inbetriebnahme der Kokerei, die zusätzliche Käufe teurer Kokskohle nach sich zögen.
Wegen sehr guter Geschäfte in den anderen Sparten kann Hiesinger die Konzernjahresprognose dennoch halten. Demnach soll das bereinigte Ebit auf rund 2 Mrd. Euro klettern nach 1,2 Mrd. Euro im Vorjahr.
Schwierigkeiten in Brasilien.
Die Probleme in Brasilien wirken sich inzwischen auf die gesamte Lieferkette aus. Da die neue Hütte wohl nur drei Millionen statt 3,5 Millionen Tonnen Rohstahl produzieren werde und auch den Standort Duisburg beliefere, müsse der Konzern mehr Rohstahl extern zukaufen, sagte der scheidende Finanzchef Alan Hippe. "Löst die Schwierigkeiten in Amerika - und eine Menge Dinge im Konzern sind geklärt", sagte Hippe zum Abschied in einer Telefonkonferenz.
Hiesinger betonte in seinem ersten Quartalsbericht, der Schuldenabbau habe "höchste Priorität". Daneben werde er das Technologiegeschäft stärken, um vom Stahlzyklus unabhängiger zu werden.
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Ungemütliches Brasilien
Die "Bar do Mineiro" ist eine Szene-Kneipe bei mir um die Ecke, sie ist vom Fußboden bis knapp unter die Decke weiß gefliest und von 15 Neonröhren beleuchtet. Und ich bin offenbar der einzige weit und breit, dem das nicht so gefällt, denn der "Mineiro" ist immer rappelvoll. An dem harten, kalten Licht, das Neonröhren und Energiesparbirnen abstrahlen, scheint sich in Brasilien niemand zu stören. In gardinenlosen Wohnungen brennen überhelle Birnen kalt von der Decke. Der traute Schein, die Wärme gedämpften Lichtes - das gibt es natürlich in Brasilien auch. Aber es scheint nicht wichtig zu sein. Als sei die Idee von Gemütlichkeit den Brasilianern fremd.
Einen sozialen Hintergrund kann das nicht haben. Ich bin extra in der Dämmerung die Hühnerleiter hinauf aufs Dach geklettert. Da sieht man vor dem Zuckerhut die Favela Santo Amaro, die sich durchaus malerisch über einen Hügel zieht, aber das Verhältnis von gelblich-warmen zu neon-kalten Fensterhöhlen ist ungefähr das gleiche wie beim Panorama auf der anderen Seite meines Daches, wo der Blick auf Villen und Apartmentblocks fällt. Es sind nicht die Armen, es sind nicht die Reichen, denen das eiskalte Licht nichts ausmacht. Es sind die Brasilianer.
Schwer zu sagen, woran das liegt. Meine Theorie: An der Idee des Fortschritts, und die wird in Brasilien viel unbekümmerter hochgehalten als in Europa, wo wir ja schon vor Jahrzehnten über die Janusköpfigkeit des Fortschritts Abituraufsätze schreiben mussten. Scheint im gelblich-warmen Licht nicht auch immer die Reminiszenz an die ums Feuer gelagerte Urhorde auf? Sehnen wir uns, selbst im Fortschritt der Moderne, nicht immer ein bisschen nach der Natur und ihren elementaren Zuständen?
In Brasilien dagegen war Fortschritt immer die schlichte Antithese zur Natur. Roden und Siedeln, Abholzen und Anbauen, Entwalden und Entwickeln - ein Volk, dessen kollektives Unterbewusstsein von solchen Zyklen geprägt ist, sehnt sich nicht nach Urfeuern und Urhorden zurück. Strom ist der Fortschritt schlechthin - lieber ein bisschen mehr davon als zu wenig. Und so sind Brasiliens Lampen immer zu grell, das Bier ist immer zu kalt, die Musik immer zu laut. Jedenfalls für unsereinen.
Unter "Gemütlichkeit" bietet mein Wörterbuch übrigens vier Übersetzungen an: comodidade, conforto, intimidade, jovialidade. Also Bequemlichkeit, Komfort, Intimität, Jovialität. Anders gesagt: Das Wort Gemütlichkeit gibt es im Brasilianischen gar nicht.
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Ungemütliches Brasilien
Also lieber Redakteur, wie wäre es denn mit dem Wort "aconchego"? Eventuell wäre ein neues Wörterbuch eine sinnvolle Investition!?
Einen sozialen Hintergrund kann das nicht haben. Ich bin extra in der Dämmerung die Hühnerleiter hinauf aufs Dach geklettert. Da sieht man vor dem Zuckerhut die Favela Santo Amaro, die sich durchaus malerisch über einen Hügel zieht, aber das Verhältnis von gelblich-warmen zu neon-kalten Fensterhöhlen ist ungefähr das gleiche wie beim Panorama auf der anderen Seite meines Daches, wo der Blick auf Villen und Apartmentblocks fällt. Es sind nicht die Armen, es sind nicht die Reichen, denen das eiskalte Licht nichts ausmacht. Es sind die Brasilianer.
Schwer zu sagen, woran das liegt. Meine Theorie: An der Idee des Fortschritts, und die wird in Brasilien viel unbekümmerter hochgehalten als in Europa, wo wir ja schon vor Jahrzehnten über die Janusköpfigkeit des Fortschritts Abituraufsätze schreiben mussten. Scheint im gelblich-warmen Licht nicht auch immer die Reminiszenz an die ums Feuer gelagerte Urhorde auf? Sehnen wir uns, selbst im Fortschritt der Moderne, nicht immer ein bisschen nach der Natur und ihren elementaren Zuständen?
In Brasilien dagegen war Fortschritt immer die schlichte Antithese zur Natur. Roden und Siedeln, Abholzen und Anbauen, Entwalden und Entwickeln - ein Volk, dessen kollektives Unterbewusstsein von solchen Zyklen geprägt ist, sehnt sich nicht nach Urfeuern und Urhorden zurück. Strom ist der Fortschritt schlechthin - lieber ein bisschen mehr davon als zu wenig. Und so sind Brasiliens Lampen immer zu grell, das Bier ist immer zu kalt, die Musik immer zu laut. Jedenfalls für unsereinen.
Unter "Gemütlichkeit" bietet mein Wörterbuch übrigens vier Übersetzungen an: comodidade, conforto, intimidade, jovialidade. Also Bequemlichkeit, Komfort, Intimität, Jovialität. Anders gesagt: Das Wort Gemütlichkeit gibt es im Brasilianischen gar nicht.
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Ungemütliches Brasilien
Also lieber Redakteur, wie wäre es denn mit dem Wort "aconchego"? Eventuell wäre ein neues Wörterbuch eine sinnvolle Investition!?
Montag, 14. Februar 2011
Brasilien kündigt Haushaltskürzungen an
Die brasilianische Regierung hat eine Kürzung des Staatshaushalts für 2011 um 50 Milliarden Real (rund 22 Milliarden Euro) angekündigt. Mit Einsparungen in Höhe von 1,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts will Finanzminister Guido Mantega die Zentralbank bei der Bekämpfung der Inflation unterstützen. Die Preissteigerung hatte mit 6 Prozent in zwölf Monaten zum Januar die höchste Rate seit sechs Jahren erreicht. Die Zentralbank hat im Januar bereits die Leitzinsen um ein halbes Prozent auf 11,25 Prozent angehoben, um der Inflation Einhalt zu gebieten. Ökonomen rechnen mit weiteren Zinsschritten in den kommenden Monaten. Zinserhöhungen der Zentralbank locken indes zusätzliche Kapitalzuflüsse nach Brasilien und fördern eine unerwünschte Aufwertung des Real, die zu einer drastischen Zunahme der Importe (2010: plus 42 Prozent in Dollar) und zu einer Verdrängung der lokalen Industrie durch die Auslandskonkurrenz geführt hat. Die Regierung hat bereits mehrfach die Steuern auf Kapitalzuflüsse erhöht, um die Aufwertung zu stoppen. Mit den Ausgabenkürzungen beende die Regierung die stimulierenden Maßnahmen, mit denen sie die Konjunktur nach dem Ausbruch der globalen Finanzkrise ab Ende 2008 angekurbelt hatte.
Verlust in Brasilien bremst Thyssen-Krupp
An den neuen Stahlstandorten in Amerika zeichnen sich zwar höhere Anlaufverluste als bisher erwartet ab. Aber der Vorstand von Thyssen-Krupp gibt sich zuversichtlich, dass der Stahl- und Technologiekonzern im gesamten Geschäftsjahr 2010/2011 (30. September) die auf der Hauptversammlung prognostizierten rund zwei Milliarden Euro Ergebnis vor Zinsen und Steuern schaffen wird. Schmerzliche 378 Millionen Euro Verlust hat der neue Unternehmensbereich Steel America in den ersten drei Monaten eingefahren, wie dem Quartalsbericht zu entnehmen ist. Weil die Verlustquelle in der brasilianischen Stahlhütte noch nicht geschlossen ist, dürfte der bisher im mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich prognostizierte Verlust wohl noch etwas größer ausfallen, räumt das Unternehmen ein. Jedoch beschleunigt sich der Aufschwung in allen anderen Geschäftsfeldern, die im Berichtszeitraum allesamt einen positiven Ergebnisbeitrag geleistet haben. "Wir registrieren eine erfreuliche konjunkturelle Belebung mit einer sehr dynamischen Preis- und Mengenentwicklung im Werkstoff- und Komponentengeschäft", erklärt der neue Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger.
Nachdem im vorigen Geschäftsjahr die Verbesserung des operativen Ergebnisses um zwei Milliarden Euro überwiegend durch Kosteneinsparungen geschafft wurde, können die Konzerngesellschaften ihre Margen nun auch am Markt über die Preise ausweiten. Am stärksten sind die Verbesserungen bei Stahl Europa, Komponenten und Marine, wo die Ebit-Margen weit über dem Wert des vergangenen Geschäftsjahres liegen. In der Edelstahlsparte sind das Ebit (7 Millionen Euro) und die Marge (0,4 Prozent) zwar bescheiden, aber nach 57 Millionen Euro Verlust im Vorjahr immerhin positiv. Im ersten Geschäftsquartal sind Auftragseingang und Umsatz um jeweils mehr als 20 Prozent hochgeschnellt. Weit über diesem Konzernwert hat Stahl Europa die Erlöse um 30 Prozent auf knapp 3 Milliarden Euro gesteigert. Das operative Ergebnis liegt mit 399 Millionen Euro erheblich über allen Quartalswerten des vorangegangenen Jahres.
Während im Konzern das operative Ergebnis "nur" 6 Prozent auf 645 Millionen Euro abnahm, fiel der Rückgang beim betrieblichen Ergebnis auf 254 (329) Millionen und erst recht beim Ergebnis vor Steuern auf 145 (313) Millionen Euro wesentlich stärker aus. Wichtige Einflussfaktoren waren ein im Vergleichszeitraum angefallener Gewinn aus Unternehmensverkäufen (93 Millionen Euro) und ein um 90 Millionen auf negative 109 Millionen Euro verschlechtertes Finanzergebnis. Die Anlaufprobleme in Brasilien und der durch das wachsende Geschäft steigende Betriebsmittelbedarf - nicht zuletzt die deutlich verteuerten Rohstoffe - haben die Nettofinanzschulden erheblich nach oben gedrückt.
Sie haben sich binnen Jahresfrist mehr als verdoppelt und allein im ersten Quartal um gut 2 Milliarden Euro zugenommen. "Die Reduzierung der Nettofinanzverschuldung hat für uns höchste Priorität", sagte Hiesinger. Er kündigte an, die eingeleitete strukturelle Verbesserung im laufenden Geschäftsjahr konsequent fortzusetzen: "Hierzu gehören weitere Maßnahmen für nachhaltige Kostensenkungen, gezielte Anpassungen des Portfolios, aber auch ein verbessertes Management unserer Vorratsbestände."
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Freitag, 11. Februar 2011
Sergio Mendes wird 70
Tja, was bleibt einem da noch groß zu sagen? Parabéns Sergio e tudo de bom pra você!!!
Sergio Mendes gehört zweifelsohne zum einem der wichtigsten Musiker in der brasilianischen Musiklandschaft. Seit über fünf Jahrzehnten ist er aktiv und hat es im Laufe der Zeit zu weltweitem Ruhm gebracht. Ich hoffe und wünsche mir, das Sergio Mendes wieder zu seinen Wurzeln zurückfindet und die Zeiten des 2006 erschienenen Albums "Timeless" hinter sich lässt.
Website von Sergio Mendes:
Website Sergio Mendes
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«Brasil-Pop-Legende» Sergio Mendes wird 70
Sergio Mendes gehört zweifelsohne zum einem der wichtigsten Musiker in der brasilianischen Musiklandschaft. Seit über fünf Jahrzehnten ist er aktiv und hat es im Laufe der Zeit zu weltweitem Ruhm gebracht. Ich hoffe und wünsche mir, das Sergio Mendes wieder zu seinen Wurzeln zurückfindet und die Zeiten des 2006 erschienenen Albums "Timeless" hinter sich lässt.
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«Brasil-Pop-Legende» Sergio Mendes wird 70
Vom Freund zum Partner - Die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen im Wandel
Ich möchte Euch gerne eine aktuelle Studie über die deutsch-brasilianischen Beziehungen vorstellen, die ich als sehr interessant erachte. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über das Image der Länder und über die Wissenschafts- und Kulturbeziehungen der Länder.
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Download des PDFs:
Vorwort:
Brasiliens rasanter Wandel vom Entwicklungsland hin zur achtgrößten Volkswirtschaft der Welt zeigt: Hier ist den westlichen Industriestaaten ein ernstzunehmender Partner auf der globalen Bühne erwachsen. Wirtschaftlich spielt Brasilien bald in der ersten Liga: Das brasilianische Flugzeugbau-Unternehmen Embraer steht an dritter Stelle weltweit, und der Ölkonzern Petrobas gehört in seiner Branche an die Weltspitze.
Doch auch Kunst und Kultur aus Brasilien werden auf dem internationalen Kulturmarkt längst nicht mehr als exotische Farbtupfer mit sinnlicherotischem Lokalkolorit rezipiert. Jenseits des Dreiklangs "Samba, Fußball, Karneval" ist mit Paulo Coelho ein Autor zu Weltruhm gelangt, der als Vermittler universaler Werte in einer Welt des globalen Wandels gilt. Und die Capoeira-Begeisterung im Westen macht deutlich, dass Brasiliens Musik-, Tanz- und Kampfkultur sinnlich und körperlich erfahrbar sind, ohne auf erotische Klischees reduzierbar zu sein.
Die Bundesrepublik würdigt Brasilien gleich mit zwei großen Ereignissen: Im Jahr 2013 ist Brasilien Gastland der Frankfurter Buchmesse. Gleichzeitig wird ein Deutschlandjahr in Brasilien stattfinden. Beide Ereignisse bieten dem Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) den Anlass, vertieft über die Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern nachzudenken. Die im Rahmen des neuen ifa-Stipendienprogramms "Kultur undAußenpolitik" entstandene Studie geht den Fragen nach, wo die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen auf bewährte Formen des Dialogs zurückgreifen können, wo sich indes auch Defizite zeigen und wie die Akteure der Kulturarbeit beiderLänder dem neuen Stellenwert Brasiliens auch mit neuen Programmen und Strategien begegnen müssen.
Dabei warnt der Autor davor, sich auf der langjährigen gemeinsamen Geschichte und den positiven Erfahrungen der Vergangenheit auszuruhen: Die Vernachlässigung Lateinamerikas in der letzten Dekade durch neue Herausforderungen wie deminternationalen Terrorismus, der EU-Osterweiterung und den aufstrebenden ostasiatischen Staaten haben dazu beigetragen, dass Teile der EntwicklungBrasiliens nicht ausreichend zur Kenntnis genommen wurden. Man müsse, so die These des Autors, das neue Selbstbewusstsein Brasiliens genauso ernst nehmen wie die neue Konkurrenz vor Ort, da nicht nur weitere europäische Staaten, sondern auch Länder wie Russland, Iran, China und Indien mittlerweile versuchen, in Brasilien kulturpolitisches Terrain zu erobern. Es gilt jetzt, die oft als selbstverständlich vorausgesetzte Freundschaft zu einer echten Partnerschaft werden zu lassen, um den Herausfordernungen der Zukunft gemeinsam begegnen zu können.
Der Autor sammelt Beispiele für zukunftsweisende bilaterale kulturelle Initiativen und regt weitere Maßnahmen an, um den deutsch-brasilianischen Beziehungen in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts neuen Schwung zu verleihen. Für sein Engagement möchte ich mich herzlich bedanken. Seiner Studie wünsche ich eine große Resonanz, damit die deutsch-brasilianischen Beziehungen nicht nur im Deutschlandjahr adäquat gewürdigt, sondern auch für die weitere Zukunft auf den richtigen Weg gebracht werden.
Mittwoch, 9. Februar 2011
Währungskrieg: Front gegen China
Timothy Geithner in heikler Mission: Der US-Finanzminister wirbt bei Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff für eine gemeinsame Strategie gegen die Währungspolitik Chinas.
Der Stein des Anstoßes ist Chinas Währung Renminbi: Für die USA ist die aus ihrer Sicht künstlich abgewertete Valuta ein Ärgernis, das sie in ihren bilateralen Beziehungen zum Reich der Mitte immer wieder auf die Tagesordnung setzen - ohne größeren Erfolg.
Als Chinas Staatschef Hu Jintao vor knapp drei Wochen beim Staatsbesuch in Washington weilte, konfrontierte ihn die amerikanische Seite erneut mit der Forderung nach einer Aufwertung des Renminbi - doch Hu beschied nur kühl, dass die Zeit der Dollar-Dominanz vorüber sei.
Von solchen Brüskierungen scheinen die USA die Nase nun voll zu haben - die größte Volkswirtschaft der Welt versucht offenbar einen Verbündeten in ihrem Währungsclinch mit China zu rekrutieren. Aus diesem Grund sei US-Finanzminister Timothy Geithner nach Brasilien gereist, schreibt die Financial Times (FT). Das Reiseziel würde zu dieser Mission passen: Das südamerikanische Land kämpft mit einer Flut billiger Importgüter aus China bei einer gleichzeitigen Aufwertung der Landeswährung Real.
Abwendung von der bisherigen Strategie
Geithner habe Gespräche in der Wirtschaftsmetropole São Paulo und der Hauptstadt Brasilia geführt, um eine gemeinsame Strategie für das Treffen der G-20-Finanzminister und -Notenbankgouverneure Mitte Februar in Paris zu erörtern, schreibt die FT weiter. Ziel von Geithners Besuch sei außerdem gewesen, die geplante Visite von US-Präsident Barack Obama im März vorzubereiten.
"Brasilien erlebt eine Welle von Kapitalimporten", mahnte Geithner in São Paulo. "Diese Zuflüsse wurden durch die Währungspolitik anderer Schwellenländer verstärkt, die durch eine strenge Kontrolle ihrer Währungspolitik, unterbewertete Landeswährungen künstlich aufrecht erhalten.
Ein Schulterschluss der USA mit Brasilien in Bezug auf die chinesische Währung wäre für Brasilia allerdings eine Abwendung von der bisherigen Strategie. Der frühere Präsident Luiz Inácio Lula da Silva verfolgte eine Handelspolitik, die zumindest zum Teil von seiner Vision einer globalen Südallianz der Entwicklungsländer bestimmt war.
Seine pragmatischere Nachfolgerin Dilma Roussef sorgt sich dagegen eher darum, dass Brasilien hauptsächlich Rohstoffe nach China exportiert, während die verarbeitende Industrie des Landes durch den starken Real und billige Importe geschwächt wird. Roussef tritt zudem gegenüber den USA gemäßigter auf als ihr Vorgänger. Der hatte die US-Geldpolitik für die globalen Geldflüsse verantwortlich gemacht, die zu Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft geführt hätten.
Gemeinsame Stellungnahme bei Obama-Besuch
Von dieser Haltung wendet sich Brasilien unter Roussef nun aber offenbar ab. Eine Person, die brasilianischen Regierungskreisen nahestehe, habe gesagt, dass Brasilia eine gemeinsame Stellungnahme mit den USA zu globalen Ungleichgewichten in der Weltwirtschaft erwäge, schreibt die FT. Dieses Statement, das auch den unterbewerteten Renminbi thematisiere, solle während Obamas Besuch abgegeben werden.
Sollte den USA dieser außenpolitische Coup gelingen, wäre es ein Etappensieg in der Auseinandersetzung mit China. Denn Brasiliens Stimme wird in ganz Südamerika gehört.
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Dienstag, 8. Februar 2011
São Paulo - Soho in Sampa
Ich habe hier einen interessanten Bericht über São Paulo gefunden, den ich gerne posten möchte. São Paulo ist weiterhin meine Lieblingsstadt in Brasilien und dieser Bericht lässt "mein" São Paulo etwas positiver dastehen, als viele Leute denken mögen.
Que saudades dessa cidade! Te amo São Paulo!
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São Paulo - Soho in Sampa
Que saudades dessa cidade! Te amo São Paulo!
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Großbrand verwüstet "Samba-Stadt"
Die Arbeit von einem Jahr ist verloren: Nur vier Wochen vor Beginn des Karnevals hat ein Großbrand in Rio de Janeiro riesige Hallen vernichtet, in denen die berühmten Umzugswagen gelagert wurden - und die kostbaren Kostüme der Sambatänzer.
Rio de Janeiro - Mehrere monumentale Karnevalswagen, die am 6. und 7. März durch Rios Sambódromo ziehen sollten, gingen am Montag in Flammen auf. Auch Tausende in mühevoller Handarbeit gefertigte Kostüme verbrannten. "Ein Traum ist auf dem Müllhaufen gelandet. Monatelange Arbeit und alles ist weg", sagte ein Mitglied der Samba-Schule "Portela". Große Schäden gab es auch bei den Vereinen "União da Ilha" und "Grande Rio".
Das Feuer entzündete sich auf dem Gelände "Cidade do Samba" (Samba-Stadt) im Hafengebiet von Rio de Janeiro und war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle. Den Behörden zufolge brach der Brand in den Verwaltungsbüros aus und griff rasch auf mehrere Werkstätten der Samba-Schulen über, wo sich die meist aus den Favelas stammenden Mitglieder auf den großen Auftritt vorbereiten. Über der Stadt hing dichter schwarzer Rauch.
Dutzende Mitglieder der Samba-Schulen rannten aufgeregt zu den Werkstätten, um die Ausrüstung zu retten. Das Ausmaß der Zerstörung trieb ihnen die Tränen in die Augen. "Einzig unser Wunsch, an der Parade teilzunehmen, ist nicht verbrannt", klagte Grande-Rio-Leiter Helio de Oliveira sichtlich mitgenommen.
"Das bricht uns das Herz", sagte der Präsident der Unabhängigen Liga der Samba-Schulen, Jorge Castanheira. "Es ist ein unschätzbarer Schaden." Niemand wisse, wie es zu dem Feuer habe kommen können. Nach seinen Worten investiert jeder Verein zwischen fünf und sieben Millionen Reais (2,1 bis ca. 3 Millionen Euro) in seinen Auftritt.
Der Optimismus der Veranstalter und Tänzer ist dennoch unverwüstlich: Trotz der enormen Verluste sollen die Umzüge wie geplant stattfinden. Als bekennender Freund des Karnevals versprach Rios Bürgermeister Eduardo Paes den raschen Wiederaufbau der zerstörten Hallen. Schon ab kommende Woche werde "Samba City" wiederauferstehen, versprach Paes.
Die "Cidade do Samba" in der Hafengegend von Rio gibt es seit sechs Jahren. Davor ließen die Samba-Schulen ihre Wagen und Kostüme in den Slums von Rio herstellen, wo sie auch ihre eigenen Wurzeln haben. Einige Schulen haben bis heute Verbindungen zu kriminellen Gangs in den Slums, doch gehen die Behörden nicht davon aus, dass der Brand mutwillig gelegt wurde. Die "Cidade do Samba" ist inzwischen auch eine Touristenattraktion: Die Hallen sind täglich geöffnet, es treten Tänzer auf und geben Samba-Kurse.
Rio de Janeiro - Mehrere monumentale Karnevalswagen, die am 6. und 7. März durch Rios Sambódromo ziehen sollten, gingen am Montag in Flammen auf. Auch Tausende in mühevoller Handarbeit gefertigte Kostüme verbrannten. "Ein Traum ist auf dem Müllhaufen gelandet. Monatelange Arbeit und alles ist weg", sagte ein Mitglied der Samba-Schule "Portela". Große Schäden gab es auch bei den Vereinen "União da Ilha" und "Grande Rio".
Das Feuer entzündete sich auf dem Gelände "Cidade do Samba" (Samba-Stadt) im Hafengebiet von Rio de Janeiro und war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle. Den Behörden zufolge brach der Brand in den Verwaltungsbüros aus und griff rasch auf mehrere Werkstätten der Samba-Schulen über, wo sich die meist aus den Favelas stammenden Mitglieder auf den großen Auftritt vorbereiten. Über der Stadt hing dichter schwarzer Rauch.
Dutzende Mitglieder der Samba-Schulen rannten aufgeregt zu den Werkstätten, um die Ausrüstung zu retten. Das Ausmaß der Zerstörung trieb ihnen die Tränen in die Augen. "Einzig unser Wunsch, an der Parade teilzunehmen, ist nicht verbrannt", klagte Grande-Rio-Leiter Helio de Oliveira sichtlich mitgenommen.
"Das bricht uns das Herz", sagte der Präsident der Unabhängigen Liga der Samba-Schulen, Jorge Castanheira. "Es ist ein unschätzbarer Schaden." Niemand wisse, wie es zu dem Feuer habe kommen können. Nach seinen Worten investiert jeder Verein zwischen fünf und sieben Millionen Reais (2,1 bis ca. 3 Millionen Euro) in seinen Auftritt.
Der Optimismus der Veranstalter und Tänzer ist dennoch unverwüstlich: Trotz der enormen Verluste sollen die Umzüge wie geplant stattfinden. Als bekennender Freund des Karnevals versprach Rios Bürgermeister Eduardo Paes den raschen Wiederaufbau der zerstörten Hallen. Schon ab kommende Woche werde "Samba City" wiederauferstehen, versprach Paes.
Die "Cidade do Samba" in der Hafengegend von Rio gibt es seit sechs Jahren. Davor ließen die Samba-Schulen ihre Wagen und Kostüme in den Slums von Rio herstellen, wo sie auch ihre eigenen Wurzeln haben. Einige Schulen haben bis heute Verbindungen zu kriminellen Gangs in den Slums, doch gehen die Behörden nicht davon aus, dass der Brand mutwillig gelegt wurde. Die "Cidade do Samba" ist inzwischen auch eine Touristenattraktion: Die Hallen sind täglich geöffnet, es treten Tänzer auf und geben Samba-Kurse.
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Brasilien verliert im Wettbewerb mit China
Einer Studie der brasilianischen Nationalen Vereinigung der Industrie (CNI) zufolge, befindet sich die Hälfte der Exportunternehmen des Landes im Wettbewerb mit chinesischen Firmen. Wie nun festgestellt wurde, haben 67 Prozent dieser Unternehmen Marktanteile auf dem globalen Markt verloren. Zudem haben 45 Prozent der Firmen Marktanteile in Brasilien selbst verloren.
Mittlerweile importiert ein Fünftel der brasilianischen Unternehmen Rohstoffe aus Brasilien, doppelt soviel, wie noch 2006. Der Ökonom Flavio Castelo Branco sagte gegenüber der Mercopress, dass die brasilianische Wirtschaft unter der Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US Dollar leide. Die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens werde geschwächt. Dies vor allem in den Sektoren Elektronik, Textilien und Maschinenbau.
Im Jahr 2010 sind die chinesischen Importe in Brasilien um 60 Prozent gestiegen und beliefen sich auf 25,5 Mrd. USD. Branco sagte weiterhin, dass bereits 10 Prozent der brasilianischen Hersteller in China Fabriken errichtet hätten oder dies planten. Somit sei eine starke Veränderung der brasilianischen Industrie zu erwarten.
China ist der wichtigste Handelspartner Brasiliens. Die brasilianischen Exporte nach China stiegen im vergangenen Jahr um 46 Prozent auf 30,7 Mrd. USD.
Mittlerweile importiert ein Fünftel der brasilianischen Unternehmen Rohstoffe aus Brasilien, doppelt soviel, wie noch 2006. Der Ökonom Flavio Castelo Branco sagte gegenüber der Mercopress, dass die brasilianische Wirtschaft unter der Aufwertung des brasilianischen Real gegenüber dem US Dollar leide. Die Wettbewerbsfähigkeit Brasiliens werde geschwächt. Dies vor allem in den Sektoren Elektronik, Textilien und Maschinenbau.
Im Jahr 2010 sind die chinesischen Importe in Brasilien um 60 Prozent gestiegen und beliefen sich auf 25,5 Mrd. USD. Branco sagte weiterhin, dass bereits 10 Prozent der brasilianischen Hersteller in China Fabriken errichtet hätten oder dies planten. Somit sei eine starke Veränderung der brasilianischen Industrie zu erwarten.
China ist der wichtigste Handelspartner Brasiliens. Die brasilianischen Exporte nach China stiegen im vergangenen Jahr um 46 Prozent auf 30,7 Mrd. USD.
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Freitag, 4. Februar 2011
Brasilien prüft Verfassung - Das Grundrecht auf Glück
Ach ja, mal wieder eine wunderbare Idee brasilianischer Politiker. Nun soll das Recht auf "Suche nach Glück" im brasilianischen Grundrecht verankert werden. Natürlich ist Glück ein essentieller Bestandteil des Lebens und er macht das Leben oftmals erst Lebenswert, aber wenn die äußeren Umstände nicht stimmen, ist es schlichtweg nicht möglich glücklich zu sein.
Es gibt in der brasilianischen Verfassung sehr wichtige Aspekte, die bereits verankert sind, wie das Recht auf Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Leider sieht die harte Realität in Brasilien oftmals anders aus. Ein Großteil der Bevölkerung lebt immernoch in Armut, es gibt keine funktionierende staatliche Krankenversicherung, das öffentliche Bildungssystem und die Schulen sind teiweise in grotesken Zuständen und die Sicherheit ist vor allem in Großstädten immernoch ein großes Problem. Also liebe brasilianische Politiker, verschwendet bitte nicht Eure Energie in sinnlose Projekte, sondern konzentriert Euch auf das Wesentliche. Leider ist dies ein häufig anzutreffendes Problem in Brasilien. Es wird sich schlichtweg nicht auf das Wesentliche konzentriert. Verbessert bitte zuerst die allgemeinen Lebensumstände, dann kommt das Glück ganz von allein. Denn Glück ist auch neben Armut und Gewalt ein ständiger Begleiter in Brasilien!
Viva a felicidade!!!
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Brasilien prüft Verfassung - Das Grundrecht auf Glück
Es gibt in der brasilianischen Verfassung sehr wichtige Aspekte, die bereits verankert sind, wie das Recht auf Gesundheit, Bildung und Sicherheit. Leider sieht die harte Realität in Brasilien oftmals anders aus. Ein Großteil der Bevölkerung lebt immernoch in Armut, es gibt keine funktionierende staatliche Krankenversicherung, das öffentliche Bildungssystem und die Schulen sind teiweise in grotesken Zuständen und die Sicherheit ist vor allem in Großstädten immernoch ein großes Problem. Also liebe brasilianische Politiker, verschwendet bitte nicht Eure Energie in sinnlose Projekte, sondern konzentriert Euch auf das Wesentliche. Leider ist dies ein häufig anzutreffendes Problem in Brasilien. Es wird sich schlichtweg nicht auf das Wesentliche konzentriert. Verbessert bitte zuerst die allgemeinen Lebensumstände, dann kommt das Glück ganz von allein. Denn Glück ist auch neben Armut und Gewalt ein ständiger Begleiter in Brasilien!
Viva a felicidade!!!
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Brasilien prüft Verfassung - Das Grundrecht auf Glück
Rekorddürre im Amazonas Regenwald
Ich hoffe sehr, dass Brasilien bald erkennt, wie enorm wichtig der Regenwald sowohl für das Land, als auch für den ganzen Erdball ist und das man von ihm in einem intakten Zustand mehr profitieren kann, als ihn systematisch zu zerstören. Natürlich liegt es auf der Hand, dass dies alles andere als leicht ist. Vor allem geht es darum, den Menschen Alternativen aufzuzeigen und zu erklären, wie sie vom Regenwald profitieren können, ohne ihn zu roden und in endlose Weide- und Ackerflächen zu verwandeln.
Die Bemühungen für den Schutz des brasilianischen Regenwaldes müssen verstärkt werden nur wird das mit Dilma als neue Präsidentin in absehbarer Zeit wohl nicht geschehen, denn sie hat für den Umweltschutz leider nicht viel übrig. Ach, wie schön wäre es gewesen, Marina Silva als erste Präsidentin Brasiliens zu haben. Aber eventuell dann in vier Jahren. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!
Link zum Thema:
Mittwoch, 2. Februar 2011
Brasilianische Sounds #2
So, heute geht es weiter mit dem Post zu den brasilianischen Sounds. Ich hoffe, die Auswahl gefällt. Da mir die verschiedensten brasilianischen Musikstile gefallen, wird das grundsätzlich ein bunter Mix! Toca aí!!!
Dienstag, 1. Februar 2011
Wirtschaftsdaten Brasilien 2010
Für alle, die es interessiert, sind hier die Wirtschaftsdaten von Brasilien aus dem Jahr 2010 von Germany Trade & Invest. Ich persönlich finde diesen kompakten Überblick sehr aufschlussreich und möchte Euch den Link zum Download nicht vorenthalten:
Wirtschaftsdaten kompakt: Brasilien 2010
Wirtschaftsdaten kompakt: Brasilien 2010
Berlinale 2011 . Filme mit bras. Beteiligung
Unter folgendem Link könnt Ihr eine Liste von Filmen mit brasilianischer Beteiligung bei der Berlinale 2011 finden. Auch der Gewinner des Goldenen Bären von 2008, José Padilha, ist diesmal mit Tropa de Elite 2 vertreten. Es ist der Nachfolgefilm vom prämierten Tropa de Elite aus dem Jahre 2007. Beide Filme kann ich nur wärmstens empfehlen!!!
Links zum Thema:
Berlinale 2011- Filme mit bras. Beteiligung
Tropa de Elite - Offiicial Website
Tropa de Elite 2 - Official website
Links zum Thema:
Berlinale 2011- Filme mit bras. Beteiligung
Tropa de Elite - Offiicial Website
Tropa de Elite 2 - Official website
Standort São Paulo
São Paulo ist das wirtschaftliche, finanzielle und kulturelle Zentrum Brasiliens bzw. ganz Lateinamerikas. São Paulo ist die Hauptstadt des gleichnamigen Bundesstaates und der größte Ballungsraum Lateinamerikas. Zuzüglich der Metropolregion hat die Stadt eine geschätzte Einwohnerzahl von fast 20 Millionen Menschen. Sie ist somit eine der größten Metropolen weltweit.
Im Unterschied zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern, ist in Brasilien nicht die Hauptstadt Brasília das größte Ballungszentrum, sondern eben São Paulo. In der Hauptstadt Brasília lebt weniger als 1% der brasilianischen Bevölkerung. Wie in vielen Ländern der Dritten Welt, ist auch in Brasilien die Verstädterung ein großes Problem. Städtische Lebensformen nehmen mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert ein, oftmals verbunden mit der Hoffnung auf eine Beschäftigung. BrasiliensWirtschaftswachstum ist vor allem in São Paulo an fast jeder Ecke sichtbar. Seien es die etlichen Baustellen, aus denen neue Bürogebäudekomplexe entstehen oder der ungezügelte Konsumdrang der Brasilianer. Es ist das alte Spiel von Angebot und Nachfrage, dass den Markt in Brasilien bestimmt. Da die Brasilianer enormen Wert auf Statussymbole legen, ob nun ein Flachbildfernseher oder ein Handy, steigt die Nachfrage für Konsumgüter unaufhörlich.
Das brasilianische Wirtschaftswachstum hat in den letzten Jahren einen starken Zuwachs an Beschäftigung mit sich gebracht. Bis zum Jahr 2008 kamen jährlich ca. 2,5 Millionen neue Jobs dazu. Und dies nicht im informellen Sektor, sondern im formellen Sektor, also in Form von regulären Arbeitsplätzen. Großen Einfluss hatte unter anderem das Hilfsprogramm Bolsa Família4, das die Kaufkraft der armen Bevölkerung gestärkt hat. Zudem hat der demografische Wandel in Brasilien positiven Einfluss auf die Ökonomie. In den nächsten Jahrzehnten werden Millionen von jungen Brasilianern auf den Arbeitsmarkt strömen. Und am stärksten wird dies in São Paulo zu spüren sein. 4 Das Programm Bolsa Família („Familienstipendium“), das am 09. Januar 2004 in Kraft getreten ist, dient zur Unterstützung der armen Familien in Brasilien. Es werden monatlich zwischen R$ 70-140 pro Person ausbezahlt. Das Programm ist Teil des brasilianischen Wohlfahrtsprogramms Fome Zero.
São Paulo ist der Hauptstandort für deutsche Unternehmen in Brasilien. Ungefähr 1.000 deutschstämmige Unternehmen sind im Bundesland São Paulo angesiedelt und beschäftigen rund 230.000 Arbeitnehmer. Es ist das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Bundesland Brasiliens und bildet somit die höchste Konzentration deutscher Industrie im Ausland. Es wird auch gerne als „größte deutsche Industriestadt außerhalb Deutschlands“ bezeichnet. Rund 15% der brasilianischen Industrieproduktion fallen mittlerweile auf deutsche Firmen zurück.
Brasilien SP SP
Indikator Absolut Anteil
Fläche qkm 8.547.403 248.808 3%
Einwohner in Mio. 173 38 22%
Urbanisierungsgrad 81,2% 93,4% -
Zahl d. Erwerbstätigen in Mio. (1999) 71,7 15,4 21%
Bruttoinlandsprodukt inMrd. $US (2000) 596 209 35%
Davon aus Deutschland 4,8 2,5 52%
Ausfuhr in Mrd. $US 58,2 20,6 35%
Davon nach Deutschland 2,5 0,6 24%
Deutsche Direktinvestitionen in Mio. $US 523 k. a. -
Anzahl der deutscher Unternehmen Ca. 1.200 Ca. 1.000 > 80%
Beschäftigte in deutschen Unternehmen Ca. 250.000 Ca. 230.000 > 90%
Die Tabelle verdeutlicht die außergewöhnliche Stellung São Paulos für ganz Brasilien. Obwohl es gerade einmal eine Fläche von 3% Brasiliens einnimmt, so erwirtschaftet es 35% des brasilianischen BIP. Aber noch signifikanter ist die Bedeutung des Bundeslandes für die deutsche Wirtschaft in Brasilien. Weit über 80% der deutschen Unternehmen sind inSão Paulo angesiedelt und sie beschäftigen dort über 90% ihrer Angestellten. Somit ist São Paulo unangefochten der Top Investitionsstandort in ganz Südamerika.
Im Unterschied zu vielen anderen lateinamerikanischen Ländern, ist in Brasilien nicht die Hauptstadt Brasília das größte Ballungszentrum, sondern eben São Paulo. In der Hauptstadt Brasília lebt weniger als 1% der brasilianischen Bevölkerung. Wie in vielen Ländern der Dritten Welt, ist auch in Brasilien die Verstädterung ein großes Problem. Städtische Lebensformen nehmen mittlerweile einen sehr hohen Stellenwert ein, oftmals verbunden mit der Hoffnung auf eine Beschäftigung. BrasiliensWirtschaftswachstum ist vor allem in São Paulo an fast jeder Ecke sichtbar. Seien es die etlichen Baustellen, aus denen neue Bürogebäudekomplexe entstehen oder der ungezügelte Konsumdrang der Brasilianer. Es ist das alte Spiel von Angebot und Nachfrage, dass den Markt in Brasilien bestimmt. Da die Brasilianer enormen Wert auf Statussymbole legen, ob nun ein Flachbildfernseher oder ein Handy, steigt die Nachfrage für Konsumgüter unaufhörlich.
Das brasilianische Wirtschaftswachstum hat in den letzten Jahren einen starken Zuwachs an Beschäftigung mit sich gebracht. Bis zum Jahr 2008 kamen jährlich ca. 2,5 Millionen neue Jobs dazu. Und dies nicht im informellen Sektor, sondern im formellen Sektor, also in Form von regulären Arbeitsplätzen. Großen Einfluss hatte unter anderem das Hilfsprogramm Bolsa Família4, das die Kaufkraft der armen Bevölkerung gestärkt hat. Zudem hat der demografische Wandel in Brasilien positiven Einfluss auf die Ökonomie. In den nächsten Jahrzehnten werden Millionen von jungen Brasilianern auf den Arbeitsmarkt strömen. Und am stärksten wird dies in São Paulo zu spüren sein. 4 Das Programm Bolsa Família („Familienstipendium“), das am 09. Januar 2004 in Kraft getreten ist, dient zur Unterstützung der armen Familien in Brasilien. Es werden monatlich zwischen R$ 70-140 pro Person ausbezahlt. Das Programm ist Teil des brasilianischen Wohlfahrtsprogramms Fome Zero.
São Paulo ist der Hauptstandort für deutsche Unternehmen in Brasilien. Ungefähr 1.000 deutschstämmige Unternehmen sind im Bundesland São Paulo angesiedelt und beschäftigen rund 230.000 Arbeitnehmer. Es ist das wirtschaftlich am weitesten entwickelte Bundesland Brasiliens und bildet somit die höchste Konzentration deutscher Industrie im Ausland. Es wird auch gerne als „größte deutsche Industriestadt außerhalb Deutschlands“ bezeichnet. Rund 15% der brasilianischen Industrieproduktion fallen mittlerweile auf deutsche Firmen zurück.
Brasilien SP SP
Indikator Absolut Anteil
Fläche qkm 8.547.403 248.808 3%
Einwohner in Mio. 173 38 22%
Urbanisierungsgrad 81,2% 93,4% -
Zahl d. Erwerbstätigen in Mio. (1999) 71,7 15,4 21%
Bruttoinlandsprodukt inMrd. $US (2000) 596 209 35%
Davon aus Deutschland 4,8 2,5 52%
Ausfuhr in Mrd. $US 58,2 20,6 35%
Davon nach Deutschland 2,5 0,6 24%
Deutsche Direktinvestitionen in Mio. $US 523 k. a. -
Anzahl der deutscher Unternehmen Ca. 1.200 Ca. 1.000 > 80%
Beschäftigte in deutschen Unternehmen Ca. 250.000 Ca. 230.000 > 90%
Die Tabelle verdeutlicht die außergewöhnliche Stellung São Paulos für ganz Brasilien. Obwohl es gerade einmal eine Fläche von 3% Brasiliens einnimmt, so erwirtschaftet es 35% des brasilianischen BIP. Aber noch signifikanter ist die Bedeutung des Bundeslandes für die deutsche Wirtschaft in Brasilien. Weit über 80% der deutschen Unternehmen sind inSão Paulo angesiedelt und sie beschäftigen dort über 90% ihrer Angestellten. Somit ist São Paulo unangefochten der Top Investitionsstandort in ganz Südamerika.
Montag, 31. Januar 2011
Ärger mit ThyssenKrupp-Stahlwerk in Brasilien
Ach ja, da gehen unsere erfolgreichen und hochgejubelten Deutschen Großkonzerne nach Brasilien, um dort zu investiere, aber an Auflagen und Gesetze scheinen sich diese nicht halten zu müssen. Es ist eine Schande, wie sich Thyssen Krupp verhält und versucht, sich aus der Verantwortung zu ziehen. Die Anschuldigungen reichen von gefälschten Gutachten über die Nichtbeachtung von Umweltauflagen bis hin zur Beschäftigung von Milizen.Dazu fällt mir nur ein: Que vergonha!!!
Mehr zum Thema:
Streit um Mindestlohn in Brasilien
Der Ton im Streit zwischen der brasilianischen Regierung und den Gewerkschaften des südamerikanischen Landes um die Erhöhung des gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohns und die Anpassung der Steuerstufen verschärft sich. Präsidentin Dilma Rousseff bekräftigte laut Medienberichten Ende der Woche, dass sich das Angebot der Regierung, den monatlichen Mindestlohn auf 545 Reais (umgerechnet 237 Euro) anzuheben, an dem Wirtschaftswachstum der letzten zwei Jahre orientiere. Dieses Vorgehen sei von den Gewerkschaften mit Vorgänger-Präsident Lula so vereinbart worden. "Wir wollen wissen, ob die Gewerkschaftsdachverbände sich an dieses Abkommen halten wollen oder nicht", so Rousseff gegenüber der Presse.
Die Gewerkschaften hingegen fordern umgerechnet 15 Euro mehr (580 Reais) und bezeichnen das Angebot der Regierung als ungenügend, wie der brasilianische Gewerkschaftsdachverband CUT auf seiner Homepage mitteilt. Der CUT-Präsident im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul, Celso Woyciechowski, wies auf das erhebliche Wirtschaftswachstum 2010 und die Notwendigkeit hin, die Arbeitenden angemessen daran zu beteiligen.
"Außerdem ist die Anpassung der Steuerstufen absolut notwendig", sagte Woyciechowski. Ohne eine solche Anpassung der Steuerprogressionssätze würden die Arbeitenden mehr zahlen müssen. Woyciechowski wies auch darauf hin, dass es nur durch gerechtere Einkommensverteilung möglich wäre, die Armut in Brasilien auszulöschen – eine klare Anspielung auf das erklärte Hauptziel von Präsidentin Rousseffs Regierung: die extreme Armut im Land zu besiegen.
Link zu Thema:
Streit um Mindestlohn in Brasilien
Ich hoffe sehr, dass der Mindestlohn in Brasilien noch wesentlich weiter ansteigt. Mit einem Lohn von 545 Reais kann man in Brasilien einfach nicht überleben. Dieser Mindestlohn ist lächerlich undviel zu gering. Eine gerechtere Einkommensverteilung muss in Brasilien vollzogen werden!
Die Gewerkschaften hingegen fordern umgerechnet 15 Euro mehr (580 Reais) und bezeichnen das Angebot der Regierung als ungenügend, wie der brasilianische Gewerkschaftsdachverband CUT auf seiner Homepage mitteilt. Der CUT-Präsident im südbrasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul, Celso Woyciechowski, wies auf das erhebliche Wirtschaftswachstum 2010 und die Notwendigkeit hin, die Arbeitenden angemessen daran zu beteiligen.
"Außerdem ist die Anpassung der Steuerstufen absolut notwendig", sagte Woyciechowski. Ohne eine solche Anpassung der Steuerprogressionssätze würden die Arbeitenden mehr zahlen müssen. Woyciechowski wies auch darauf hin, dass es nur durch gerechtere Einkommensverteilung möglich wäre, die Armut in Brasilien auszulöschen – eine klare Anspielung auf das erklärte Hauptziel von Präsidentin Rousseffs Regierung: die extreme Armut im Land zu besiegen.
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Streit um Mindestlohn in Brasilien
Ich hoffe sehr, dass der Mindestlohn in Brasilien noch wesentlich weiter ansteigt. Mit einem Lohn von 545 Reais kann man in Brasilien einfach nicht überleben. Dieser Mindestlohn ist lächerlich undviel zu gering. Eine gerechtere Einkommensverteilung muss in Brasilien vollzogen werden!
Rio und São Paulo gehören zu den Städten der Zukunft
Die McCann Group hat unter seinen Kunden eine weltweite Umfrage durchgeführt um herauszufidnen, welche 40 Städte in der Zukunft eine starke Rolle spielen werden. Unter anderem wurden die wirtschaftlichen Chancen für die Zukunft berücksichtigt und das globe Interesse an den jeweiligen Regionen. Des Weiteren wurde das Potential der Städte bewertet.
Rio ist aufgrund der Olympischen Spiele 2016 ein enorm wichtiger Ort für Investionen im Bereich Infrastruktur und São Paulo ist als Megametropoloe der Standort in Lateinamerika und entwickelt sich unaufhaltbar weiter.
Dann bleibt uns nur zu hoffen, dass die Probleme auch wirklich angepackt werden und die Lebenszustände sich in den Städten nachhaltig verbessern.
Link zu Thema:
Rio e São Paulo entre as cidades do futuro
Hitzrekord in Rio de Janeiro
In Rio de Janeiro stieg am letzten Freitag das Thermometer auf über 40 Grad Celsius an. In Santa Cruz, in der Ostzone von Rio de Janeiro, stieg das Thermoteter auf 41,1 Grad Celsius an, was die bisherige Höchstemperatur in diesem Jahr bedeutet. Mit Abkühlung ist in den nächsten Tagen nicht zu rechnen und die Temperatur wird sich weiterhin um die 40 Grad Celsius bewegen.
Link zum Thema:
Neue Fotos von indigenen Völkern in Brasilien
Der Menschenrechtsorganisation "Survival International" liegen noch nie dagewesene Fotos von indigenen Vökern vor, die von der brasilianischen Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI). Die Fotos zeigen die Gemeinde sehr detailiert und geben Aufschluß über das zurückgezogene Leben. Die Bilder dienen einer Kampagne zum Schutz der indigenen Völker.
Weitere Informationen und Fotos:
Brasilien: Einzigartige neue Fotos von unkontaktiertem Volk
Weitere Informationen und Fotos:
Brasilien: Einzigartige neue Fotos von unkontaktiertem Volk
Sonntag, 30. Januar 2011
Die Caipirinha
Ich möchte heute gerne einen Beitrag über das brasilianische Getränk Caipirinha schreiben. Mir liegt dieses Thema am Herzen, weil ich zum einen selbst leidenschaftlich gerne Caipirinha trinke und zum anderen, weil es in Deutschland nur äußerst selten eine gute und richtig zubereitete Caipirinha gibt.
Die Caipirinha ist wohl das am weitesten verbreitete brasilianische Getränk und übersetz bedeutet es soviel wie "kleines Landei". Caipira bedeutet im portugiesischen "Landei" oder "Hinterwäldler". Durch den Diminutiv "inha" heisst es in etwas "kleines Landei" oder "Hinerwäldlerchen". Der Unsprung des Getränks liegt sehr wahrscheinlich im Hinterland des Bundesstaates Paraná, in dem es als Medikament gegen Grippe galt. Heutzutage kennt fast jeder den erfrischenden Drink aus Brasilien, der es längst zu weltweitem Ruhm gebracht hat.
Heutzutage und vor allem in Brasilien wird die Caipirinha in den verschiedensten Variationen Angeboten. Der Cachaça kann unter anderem durch Vodka oder Sake ersetzt werden. Auch bei der Wahl der Früchte ist eigentlich keine Grenze gesetzt. Das reicht von Mango und Ananas bis zu Kiwi, Erdebeere oder Maracuja. Da es bei uns oftmals nur die Standardversion mit Limette gibt, möchte ich kurz beschreiben, wie sie original zubereitet wird.
Die original Caipirinha besteht aus vier Zutaten. Diese sind:
Oftmals bekommt man hier seine Caipirinha mit braunem Rohrzucker und gecrushtem Eis serviert, was den Geschmack unheimlich verfälscht. Der grobkörnige Rohrzucker löst sich nur sehr schwer auf und kann sich nicht mit dem Cachaça vermischen. Und das gecrushte Eis verformt sich nach ein paar Minuten zum einen riesigen Eisklumpen. Also wenn kein raffinierter, feinkörniger Zucker vorhanden ist, dann lieber normalen, weißen Zucker nehmen. Ansonsten gibt es auch hier in den Supermärkten "Feinen Zucker" zu kaufen.
Saúde!
Die Caipirinha ist wohl das am weitesten verbreitete brasilianische Getränk und übersetz bedeutet es soviel wie "kleines Landei". Caipira bedeutet im portugiesischen "Landei" oder "Hinterwäldler". Durch den Diminutiv "inha" heisst es in etwas "kleines Landei" oder "Hinerwäldlerchen". Der Unsprung des Getränks liegt sehr wahrscheinlich im Hinterland des Bundesstaates Paraná, in dem es als Medikament gegen Grippe galt. Heutzutage kennt fast jeder den erfrischenden Drink aus Brasilien, der es längst zu weltweitem Ruhm gebracht hat.
Heutzutage und vor allem in Brasilien wird die Caipirinha in den verschiedensten Variationen Angeboten. Der Cachaça kann unter anderem durch Vodka oder Sake ersetzt werden. Auch bei der Wahl der Früchte ist eigentlich keine Grenze gesetzt. Das reicht von Mango und Ananas bis zu Kiwi, Erdebeere oder Maracuja. Da es bei uns oftmals nur die Standardversion mit Limette gibt, möchte ich kurz beschreiben, wie sie original zubereitet wird.
Die original Caipirinha besteht aus vier Zutaten. Diese sind:
- Cachaça
- Limette
- weißer, raffinierter Zucker (kein brauner Rohrzucker!)
- Eis in Würfeln oder sehr grob gehackt (kein Crushed Ice!)
Oftmals bekommt man hier seine Caipirinha mit braunem Rohrzucker und gecrushtem Eis serviert, was den Geschmack unheimlich verfälscht. Der grobkörnige Rohrzucker löst sich nur sehr schwer auf und kann sich nicht mit dem Cachaça vermischen. Und das gecrushte Eis verformt sich nach ein paar Minuten zum einen riesigen Eisklumpen. Also wenn kein raffinierter, feinkörniger Zucker vorhanden ist, dann lieber normalen, weißen Zucker nehmen. Ansonsten gibt es auch hier in den Supermärkten "Feinen Zucker" zu kaufen.
Saúde!
Freitag, 28. Januar 2011
Brasilianische Sounds #1
Ich möchte Euch gerne regelmäßig mit brasilianischer Musik auf meinem Blog versorgen. Die brasilianische Musik ist enorm vielfältig und reicht von den verschiedensten Stilen wie Samba, Axé und Bossa Nova hin zum Rock und Pop. Brasilianische Musik ist oftmals durch die Einflüsse typischer Instrumente wie der Cuíca oder dem Berimbau beeinflusst. Diese Instrumente machen die brasilianische Musik so unverwechselbar und einzigartig. Musik gehört in Brasilien zum Alltag und hat dort einen enorm hohen Stellenwert.
Ich beginne heute mit einer kleinen Auswahl mit Liedern von Zeca Pagodinho, Jorge Ben und Milton Nascimento. Toca aí!!!
Das beliebte Ziel der ausländischen Geldgeber
Das Jahr 2011 war gerade ein paar Stunden alt, da ging eine brasilianische Ära zu Ende. Am 1. Januar übergab Luiz Inácio Lula da Silva die grüngelbe Schärpe des Präsidenten an Dilma Rousseff, seine Erbin. Lula hatte die Tochter eines bulgarischen Einwanderers zur Kandidatin der Arbeiterpartei PT gemacht, er selbst durfte nach acht Jahren nicht mehr antreten. Im zweiten Wahlgang gewann seine vormalige Kabinettschefin mit seiner Hilfe souverän. Früher hatte sie als Guerillera die Militärdiktatur bekämpft und wurde im Gefängnis gefoltert. Während ihrer Bewerbung für Lulas Nachfolge überstand Dilma Rousseff eine Chemotherapie, trug Perücke und bezwang den Lymphdrüsenkrebs. Jetzt führt sie als erste Frau die 191 Millionen Brasilianer und soll Lulas Akrobatik nachmachen: den Spagat zwischen dem Davoser Wirtschaftsforum und dem alternativen Sozialforum, das in ihrer Heimat Porto Alegre gegründet wurde.
Der leutselige Vorgänger stammt aus dem bettelarmen Nordosten, war Schuhputzer, Dreher und Gewerkschaftsführer. Lula kam in Bretterbuden genauso gut an wie in vielen Vorstandsetagen, er stand für Brasiliens Höhenflug. Seine Wirtschaftspolitik war eher orthodox als links, mit dem starken Real als Basis. Unter dem Volkshelden wurde Brasilien zum optimistischen Liebling der Investoren, bekam Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 und fand viel Öl im Atlantik. Bald will das fünftgrößte Land der Erde auch die fünftgrößte Wirtschaftsmacht sein. Dank Sozialprogrammen stiegen Millionen Landsleute in die Mittelklasse auf und wurden Konsumenten eines blühenden Binnenmarktes. 'Ich bin gekommen, um das Werk des Präsidenten Lula zu stärken', sprach Senhora Rousseff, ehe sie in Brasilia den Palácio do Planalto bezog, den Palast der Hochebene, ihren Amtssitz: 'Brasilien hat sich verbessert, doch es beginnt eine neue Ära.'
Sie übernahm in 37 Ministerien 15 Minister Lulas. Sie behielt Wirtschaftsminister Guido Mantega und übertrug Alexandre Tombini die Führung der Zentralbank, das gefiel den Märkten. Ökonom Tombini hatte sich zuvor unter Vorgänger Henrique Meirelles bewährt. 'Mission erfüllt', sagte Meirelles zum Abschied. Seit 2008 trägt Brasilien den Investment-Grade. Die Landeswährung Real ist gegenüber dem US-Dollar doppelt so viel wert wie vor Lula, deshalb überfluten brasilianische Touristen Nachbarländer wie Argentinien. Der Aktien-Index von São Paulo hat sich versechsfacht. Den Schwung will Dilma Rousseff mitnehmen. Doch es ist auch Gefahr im Verzug.
Ihre Amtszeit begann gleich mit einer Tragödie. Nach sintflutartigem Regen in den Bergen hinter Rio de Janeiro rissen Wassermassen Häuser und Bewohner mit, Schlammlawinen begruben Teile von Städten wie Teresãpolis, Nueva Friburgo und Petrãpolis. Mehr als 800 Tote wurden bisher gefunden, Tausende Gebäude zerstört. Die Naturkatastrophe zeigte, dass der brasilianische Fortschritt mancherorts auf tönernen Füßen steht. Vor allem viele Armenviertel, die sogenannten Favelas, sind mangels Bauland und Bauaufsicht an ungesicherten Hängen gewachsen - laut Statistik leben fünf Millionen Brasilianer in Risikogebieten. Brasilien leidet trotz seines Booms nach wie vor unter einer extrem ungleichen Verteilung des Einkommens, viele Einwohner können nicht lesen und schreiben und ernähren sich schlecht. Unter diesen Umständen konnten sich Drogenbanden und Milizen in den Slums ausbreiten, oft mit Hilfe von korrupten Polizisten und Politikern.
Das soll sich ändern. 'Der hartnäckigste Kampf meiner Regierung wird der Kampf für die Ausrottung der extremen Armut sein', verkündete die neue Wortführerin Rousseff. Sie will einerseits weiter in die vielfach marode Infrastruktur investieren. Und muss andererseits sparen. Die 'Eiserne Lady' gilt als durchsetzungsfreudige Technokratin, unter Lula war sie eine Art Managerin gewesen und verantwortlich für das Wachstumsprogramm PAC. Inzwischen hat die frühere Kommunistin sogar beschlossen, die überlasteten Flughäfen teilweise zu privatisieren. Außer modernen Terminals braucht das Riesenreich auch bessere Häfen, Straßen, Schulen, Universitäten. Dilma Rousseff verspricht die Reform von Steuersystem, politischen Strukturen und Erziehung: 'Ich will alle einladen, am Umbau unseres Landes mitzuarbeiten', sie hat sich viel vorgenommen.
Helfen soll der Reichtum aus dem Meeresboden. Vor Rio und São Paulo wurden gewaltige Ölvorkommen entdeckt, jedoch bis zu 7000 Meter tief und unter einer kräftigen Salzschicht. Der halbstaatliche Konzern Petrobras will den Fund in Milliarden Petrodollars verwandeln. 70 Milliarden Dollar sammelte das Unternehmen im September für die Tiefseebohrungen ein, es war die größte Kapitalerhöhung der Wirtschaftsgeschichte. Lula genoss die Auftritte vor Bohrtürmen und an der Börse von São Paulo. Umweltschützer sind entsetzt von der Versessenheit auf das Öl und von neuen Wasserkraftwerken im Gebiet des Amazonas. Ausländische Geldgeber stehen Schlange, das einst wankelmütige Brasilien ist unterdessen ein beliebtes Ziel geworden. Auch Firmen wie der Flugzeugbauer Embraer sind längst in die Weltliga abgehoben. Allerdings hat der Aufschwung riskante Nebenwirkungen.
Es fehlt Fachpersonal. Und mit der Einführung des Real wurde die Inflation besiegt wie eine Seuche, zuletzt lag sie wieder bei gut fünf Prozent. Der Real ist inzwischen zu teuer. Dilma Rousseff und die Notenbank wollen eine weitere Aufwertung kontrollieren und gleichzeitig die Inflation, die Leitzinsen könnten von 10,75 Prozent auf zwölf Prozent steigen. Das selbstbewusste Brasilien macht mit bei der globalen Währungsschlacht.
Nach Davos indes reist Dilma Rousseff nicht, sie schickt Außenminister Antonio Patriota, den Chef der mächtigen Entwicklungsbank, Luciano Coutinho, Notenbankleiter Tombini und Petrobras-Präsident José Sérgio Gabrielli. Davos-Organisator Klaus Schwab will die ersten 100 Tage der Regierung Rousseff dafür mit einer Veranstaltung Ende April in Rio würdigen, meldet die Zeitung OEstado do São Paulo. Lula dagegen soll im Februar beim Sozialforum in Dakar auftreten, heißt es. Das Thema: 'Die Krise des Systems und der Zivilisationen'.
Der leutselige Vorgänger stammt aus dem bettelarmen Nordosten, war Schuhputzer, Dreher und Gewerkschaftsführer. Lula kam in Bretterbuden genauso gut an wie in vielen Vorstandsetagen, er stand für Brasiliens Höhenflug. Seine Wirtschaftspolitik war eher orthodox als links, mit dem starken Real als Basis. Unter dem Volkshelden wurde Brasilien zum optimistischen Liebling der Investoren, bekam Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 und fand viel Öl im Atlantik. Bald will das fünftgrößte Land der Erde auch die fünftgrößte Wirtschaftsmacht sein. Dank Sozialprogrammen stiegen Millionen Landsleute in die Mittelklasse auf und wurden Konsumenten eines blühenden Binnenmarktes. 'Ich bin gekommen, um das Werk des Präsidenten Lula zu stärken', sprach Senhora Rousseff, ehe sie in Brasilia den Palácio do Planalto bezog, den Palast der Hochebene, ihren Amtssitz: 'Brasilien hat sich verbessert, doch es beginnt eine neue Ära.'
Sie übernahm in 37 Ministerien 15 Minister Lulas. Sie behielt Wirtschaftsminister Guido Mantega und übertrug Alexandre Tombini die Führung der Zentralbank, das gefiel den Märkten. Ökonom Tombini hatte sich zuvor unter Vorgänger Henrique Meirelles bewährt. 'Mission erfüllt', sagte Meirelles zum Abschied. Seit 2008 trägt Brasilien den Investment-Grade. Die Landeswährung Real ist gegenüber dem US-Dollar doppelt so viel wert wie vor Lula, deshalb überfluten brasilianische Touristen Nachbarländer wie Argentinien. Der Aktien-Index von São Paulo hat sich versechsfacht. Den Schwung will Dilma Rousseff mitnehmen. Doch es ist auch Gefahr im Verzug.
Ihre Amtszeit begann gleich mit einer Tragödie. Nach sintflutartigem Regen in den Bergen hinter Rio de Janeiro rissen Wassermassen Häuser und Bewohner mit, Schlammlawinen begruben Teile von Städten wie Teresãpolis, Nueva Friburgo und Petrãpolis. Mehr als 800 Tote wurden bisher gefunden, Tausende Gebäude zerstört. Die Naturkatastrophe zeigte, dass der brasilianische Fortschritt mancherorts auf tönernen Füßen steht. Vor allem viele Armenviertel, die sogenannten Favelas, sind mangels Bauland und Bauaufsicht an ungesicherten Hängen gewachsen - laut Statistik leben fünf Millionen Brasilianer in Risikogebieten. Brasilien leidet trotz seines Booms nach wie vor unter einer extrem ungleichen Verteilung des Einkommens, viele Einwohner können nicht lesen und schreiben und ernähren sich schlecht. Unter diesen Umständen konnten sich Drogenbanden und Milizen in den Slums ausbreiten, oft mit Hilfe von korrupten Polizisten und Politikern.
Das soll sich ändern. 'Der hartnäckigste Kampf meiner Regierung wird der Kampf für die Ausrottung der extremen Armut sein', verkündete die neue Wortführerin Rousseff. Sie will einerseits weiter in die vielfach marode Infrastruktur investieren. Und muss andererseits sparen. Die 'Eiserne Lady' gilt als durchsetzungsfreudige Technokratin, unter Lula war sie eine Art Managerin gewesen und verantwortlich für das Wachstumsprogramm PAC. Inzwischen hat die frühere Kommunistin sogar beschlossen, die überlasteten Flughäfen teilweise zu privatisieren. Außer modernen Terminals braucht das Riesenreich auch bessere Häfen, Straßen, Schulen, Universitäten. Dilma Rousseff verspricht die Reform von Steuersystem, politischen Strukturen und Erziehung: 'Ich will alle einladen, am Umbau unseres Landes mitzuarbeiten', sie hat sich viel vorgenommen.
Helfen soll der Reichtum aus dem Meeresboden. Vor Rio und São Paulo wurden gewaltige Ölvorkommen entdeckt, jedoch bis zu 7000 Meter tief und unter einer kräftigen Salzschicht. Der halbstaatliche Konzern Petrobras will den Fund in Milliarden Petrodollars verwandeln. 70 Milliarden Dollar sammelte das Unternehmen im September für die Tiefseebohrungen ein, es war die größte Kapitalerhöhung der Wirtschaftsgeschichte. Lula genoss die Auftritte vor Bohrtürmen und an der Börse von São Paulo. Umweltschützer sind entsetzt von der Versessenheit auf das Öl und von neuen Wasserkraftwerken im Gebiet des Amazonas. Ausländische Geldgeber stehen Schlange, das einst wankelmütige Brasilien ist unterdessen ein beliebtes Ziel geworden. Auch Firmen wie der Flugzeugbauer Embraer sind längst in die Weltliga abgehoben. Allerdings hat der Aufschwung riskante Nebenwirkungen.
Es fehlt Fachpersonal. Und mit der Einführung des Real wurde die Inflation besiegt wie eine Seuche, zuletzt lag sie wieder bei gut fünf Prozent. Der Real ist inzwischen zu teuer. Dilma Rousseff und die Notenbank wollen eine weitere Aufwertung kontrollieren und gleichzeitig die Inflation, die Leitzinsen könnten von 10,75 Prozent auf zwölf Prozent steigen. Das selbstbewusste Brasilien macht mit bei der globalen Währungsschlacht.
Nach Davos indes reist Dilma Rousseff nicht, sie schickt Außenminister Antonio Patriota, den Chef der mächtigen Entwicklungsbank, Luciano Coutinho, Notenbankleiter Tombini und Petrobras-Präsident José Sérgio Gabrielli. Davos-Organisator Klaus Schwab will die ersten 100 Tage der Regierung Rousseff dafür mit einer Veranstaltung Ende April in Rio würdigen, meldet die Zeitung OEstado do São Paulo. Lula dagegen soll im Februar beim Sozialforum in Dakar auftreten, heißt es. Das Thema: 'Die Krise des Systems und der Zivilisationen'.
Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 26.01.2011
Donnerstag, 27. Januar 2011
Rüstungsprojekte auf dem Prüfstand
Brasiliens neue Staatspräsidentin Dilma Rousseff will einige der ambitionierten Rüstungsprogramme des Landes überprüfen. Grund soll die derzeit kritische Finanzlage des Staatshaushaltes sein. Doch auch politische Motive dürfen nicht ausgeschlossen werden.
Nachdem die Präsidentin bereits den Kauf von 36 Kampfjets für die brasilianische Luftwaffe auf 2012 verschoben hatte, soll jetzt auch der geplante Kauf von 11 Marineschiffen auf den Prüfstand kommen, berichten Zeitungen. Rousseffs Vorgänger, Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva, hatte die Rüstungsgeschäfte eingefädelt, die endgültige Entscheidung jedoch seiner Nachfolgerin überlassen. Die Schiffe sollten eigentlich vom italienischen Schiffsbauer Fincantieri bezogen werden. Doch die derzeit angespannten Beziehungen zwischen den beiden Ländern stellten den Deal zuletzt in Frage. Italien hatte vor wenigen Tagen ein entsprechendes Militärabkommen mit Brasilien auf Eis gelegt - eine Reaktion auf die Entscheidung Lulas, den in seinem Heimatland verurteilten italienischen Terroristen Cesare Battisti nicht auszuliefern.
Neuen Schiffe sollen Ölvorkommen beschützen
Für 10 Mrd. Reais will die Marine über die nächsten 12 Jahre 5 Patrouillenboote, 5 Fregatten und 1 Versorgungsschiff anschaffen. Diese sollen die riesigen Hochsee-Ölvorkommen des Landes beschützen, so die Regierung. Zwar stimme Rousseff im Prinzip dem Kauf der Schiffe zu, würde das Projekt jedoch gerne um einige Jahre verschieben, berichten brasilianische Zeitungen. Zudem denkt man über alternative Lieferanten nach. Dabei könnte sich laut den Meldungen auch das deutsche Unternehmen ThyssenKrupp berechtigte Hoffnungen auf einen Auftrag machen, neben englischen, südkoreanischen, spanischen und französischen Anbietern.
Der französische Rüstungsbetrieb DCNS baut für Brasiliens Marine bereits fünf U-Boote, die ebenfalls die Ölfelder des südamerikanischen Landes sichern sollen. Mit Frankreich hatte Ex-Präsident Lula für gut 20 Mrd. Reais Rüstungsverträge abgeschlossen - neben den U-Booten orderte Brasilien auch moderne Kampfhubschrauber. Dafür unterstütze Frankreich den Wunsch Brasiliens nach einem ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat, vermuten Experten.
Unstimmigkeiten zwischen Lula und Verteidigungsminister Jobim
Auch auf den Auftrag zur Lieferung von 36 Kampfjets macht sich Frankreichs Rüstungsindustrie berechtigte Hoffnungen. So hatte Lula bereits letztes Jahr angedeutet, den Auftrag an das französische Unternehmen Dassault vergeben zu wollen. Doch diese eher politische als militärische Entscheidung war auf offene Kritik aus dem Verteidigungsministerium gestoßen. So hatten sich die Militärs angeblich für den Kauf der wesentlich günstigeren Gripen-Jets des schwedischen Konzerns SAAB entschieden.
Die damals an die Öffentlichkeit gedrungenen Unstimmigkeiten zwischen dem Verteidigungsministerium und dem Präsidenten hatten zu einer Schwächung von Verteidigungsminister Nelson Jobim geführt. Auch die jetzt angekündigte Überprüfung der anstehenden Deals kann als Retourkutsche für Jobim verstanden werden. Offiziell bleiben jedoch die klammen Staatskassen das Motiv der Überprüfung.
Erst vor wenigen Tagen zirkulierten Spekulationen nach denen Rousseff dieses Jahr zwischen 50 und 60 Mrd. Reais im Haushalt einsparen muss, will sie die strengen selbst gesetzten Finanzvorgaben der Regierung einhalten. Milliarden schwere Rüstungsabkommen passen da nicht ins Bild.
Brasilien verstärkt Kampf gegen Währungsaufwertung
Brasilien verschärft seinen Kampf gegen die Aufwertung seiner Landeswährung Real. Die Notenbank will erstmals auch Termingeschäfte mit Devisen bei ihren üblichen Marktauktionen anbieten. Der Real hatte im vorigen Jahr 4,6 Prozent zum US-Dollar zugelegt, 2009 sogar um gut ein Drittel aufgewertet. Dies hatte bei Regierung und Wirtschaft Sorgen über eine Belastung der heimischen Exporte ausgelöst. Die US-Bank Goldman Sachs bezeichnete den Real zuletzt als die am stärksten überbewertete größere Währung.
Link zum Thema:
Nach Schlammlawinen 836 Tote und mehr als 500 Vermisste im Bundesstaat Rio de Janeiro
Nach den verherenden Schlammlawinen ist die Anzahl der Todesopfer und vermissten im Bundesstaat Rio de Janeiro weiterhin gestiegen. Mittlerweile beläuft sich die Zahl der Todesopfer auf 836 Personen und die Anzahl der noch Vermissten beträgt über 500.
Das Schlimmste ist, dass diese Katastrophe hätte verhindert werden können, da die Behörden schon lange über die Gefahr bescheid wussten. Es werden bereits stimmen laut, dass diese Katastrophe noch hohe Wellen schlagen wird und starke Auswirkungen auf die politische Landschaft Brasiliens haben wird. Eigentlich finden in Rio de Janeiro solche Vorfälle jährlich statt, doch diesmal trifft es nicht wie sonst immer die Armenviertel, die Favelas, sonder auch die gehobene Mittelschicht und die Besserverdienenden.Leider werden solche Mißstände erst richtig wahrgenommen, wenn sie in der Mittelschicht angekommen. Es bleibt abzuwarten, wie die neue Regierung von Dilma mit der Katastrophe umgehen wird und welche Maßnahmen wirklich realisiert werden, um solche Unglücke in Zukunft zu verhindern.
Weitere Information hier:
Mittwoch, 26. Januar 2011
Impressionen Parque do Ibirapuera in São Paulo
Der Parque Ibirapuera ist ein großer Stadtpark und das Erholungszentrum in São Paulo. Er wurde zum 400. Geburtstag von São Paulo im Jahr 1954 eingeweiht und hat eine Fläche von 1,584 km². Er befindet sich im Stadtteil Moema. Ibirapuera bedeutet in der Sprache der Tupi- Indianer "verfauelter Baum" oder "verfaueltes Holz". Für die Gebäudearchitektur war u. a. Oscar Niemeyer zuständig und für die Landschaftsarchitektur Roberto Burle Marx.
Sehenswürdigkeiten des Parks sind u. a. das Museum für Moderne Kunst (Museu de Arte Moderna de São Paulo, der Japanische Garten (Jardim Japonês), ein Planetarium und der wunderschöne Springbrunnen in der Mitte des Sees.
Ich persönlich mag den Park sehr, sehr gerne, obwohl er sich schon von unseren Parks unterscheidet. Das fängt schon damit an, dass es Öffnungszeiten gibt und der Park abends abgeschlossen wird. Aber trotz der Unterschiede ist der Parque do Ibirapuera eine Erholungsoase im stressigen São Paulo. Ab und zu finden auch Konzerte oder sonstige Kulturveranstaltungen statt.
Brasiliens Entwicklung und die deutsche Wirtschaft
Brasilien ist ein Land, das in den letzten Jahrzehnten einen enormen Wandel vollzogen hat. Grob gesagt hat es sich von einem Entwicklungsland, als das es Jahrzehntelang angesehen wurde, hin zu einem Schwellenland entwickelt. Es hat erfolgreich den Sprung auf die nächste Stufe geschafft. Brasilien gehört zu den sogenannten BRICS-Staaten und überzeugt durch starkes Wirtschaftswachstum. Das Land steht heutzutage an der Schwelle, ein Industrieland zu werden und gehört definitiv zu den Gewinnern der Globalisierung. In vielen Bereich weist es bereits Anzeichen einer Industrienation auf, in anderen Bereichen ist es jedoch eher rückständig.
Brasilien ist schon seit einigen Jahrzehnten ein beliebter Investitionsort für die deutsche Wirtschaft. Sicherlich nicht ganz unschuldig daran ist die starke Verwurzelung der deutschen Kultur im (südlichen) Teil Brasiliens. Heutzutage haben sich, überwiegend im Bundesstaat São Paulo, die größten deutschen Unternehmen auf dem brasilianischen Markt etabliert. Unternehmen wie Volkswagen, Siemens, Bosch oder Miele sind schon seit geraumer Zeit auf dem brasilianischen Markt aktiv und nutzen das Potential des Landes und profitieren von ihm als „Tor“ zu ganz Lateinamerika. Die Liste der deutschstämmigen Unternehmen ließe sich beliebig fortsetzen.
Wie bereits erwähnt, ist Deutschland schon seit jeher ein wichtiger Handelspartner für Brasilien. Über die verschiedenen Jahrzehnte hinweg haben sich die wirtschaftlichen Beziehungen weiter ausgebaut und sich so über einen langen Zeitraum hinweg gefestigt. Im Zuge der wirtschaftlichen Expansion in den 60er und 70er Jahren ist der Warenverkehr zwischen den beiden Ländern enorm angestiegen. Dies ist jedoch zu Beginn der 80er Jahre wieder eingebrochen und der Warenhandel brach stark ein. Die ist vor allem auf die wirtschaftliche Stagnation im Brasilien der 80er Jahre zurückzuführen. Zu Beginn der 90er Jahre entspannten sich die Beziehungen wieder und Deutschland stand hinter den USA (19,9%), Japan (7,7%), den Niederlanden (6,7%) und Argentinien (6,6%) mit einem Abnehmerteil von 6,3% auf Platz fünf der brasilianischen Ausfuhren. Mitte der 90er Jahre belief sich das deutsche Außenhandelsgeschäft mit Brasilien auf ca. 8 Milliarden DM. Zehn Jahre später, im Jahre 2004 steht Deutschland auf Platz 4 der wichtigsten Handelspartner für Brasilien mit einem Anteil von 8,7% der brasilianischen Importe.
Auch im Jahre 2010 war Brasilien für Deutschland weiterhin der wichtigste Handelspartner in Südamerika. Umgekehrt bleibt Deutschland für Brasilien weiterhin der viertwichtigste Handelspartner.
Montag, 24. Januar 2011
Herzlichen Glückwunsch São Paulo!!! Parabéns São Paulo!!!
Heute, am 25. Januar, feiert die größte und wirtschaftlich wichtigste Stadt ganz Lateinamerikas ihren 457. Geburtstag.
Weitere Infos zum Thema:
Willkommen/Bem-vindos
Liebe Brasilienfreunde,
nach langer Zeit habe ich es nun endlich geschafft, meinen lang ersehnten Blog "Inside Brasil" zu erstellen! Meine Intention ist es, wissenwertes über Brasilien zusammenzutragen und einen interessanten Blog mit den verschiedensten Informationen über die Deutsch-Brasilianischen Wirtschaftsbeziehungen, über Kultur und Musik und viele weitere interessante Aspekte, aufzubauen!
Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen!
Grüße Leif
Queridos amigos do Brasil,
depois de tanto tempo, eu finalmente consegui criar meu Blog "Inside Brasil". Minha intenção é juntar informações sobre Brasil e construir um blog bem interessante com informações sobre as relações econômicas entre Brasil e Alemanha, cultura, música e varios outros temas!
Divirtam-se com o meu Blog!
Abração
Leif
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About Me
- Leif
- Berlin
- Mein Name ist Leif, ich bin 31 Jahre alt und wegen beruflicher als auch privater Interessen sehr brasilienverbunden. Ich möchte Euch mit meinem Blog Brasilien näherbringen und Infos aus den verschiedensten Bereichen zusammentragen! Abração
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