Freitag, 11. Februar 2011
Vom Freund zum Partner - Die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen im Wandel
Ich möchte Euch gerne eine aktuelle Studie über die deutsch-brasilianischen Beziehungen vorstellen, die ich als sehr interessant erachte. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über das Image der Länder und über die Wissenschafts- und Kulturbeziehungen der Länder.
Link zum Thema:
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Vorwort:
Brasiliens rasanter Wandel vom Entwicklungsland hin zur achtgrößten Volkswirtschaft der Welt zeigt: Hier ist den westlichen Industriestaaten ein ernstzunehmender Partner auf der globalen Bühne erwachsen. Wirtschaftlich spielt Brasilien bald in der ersten Liga: Das brasilianische Flugzeugbau-Unternehmen Embraer steht an dritter Stelle weltweit, und der Ölkonzern Petrobas gehört in seiner Branche an die Weltspitze.
Doch auch Kunst und Kultur aus Brasilien werden auf dem internationalen Kulturmarkt längst nicht mehr als exotische Farbtupfer mit sinnlicherotischem Lokalkolorit rezipiert. Jenseits des Dreiklangs "Samba, Fußball, Karneval" ist mit Paulo Coelho ein Autor zu Weltruhm gelangt, der als Vermittler universaler Werte in einer Welt des globalen Wandels gilt. Und die Capoeira-Begeisterung im Westen macht deutlich, dass Brasiliens Musik-, Tanz- und Kampfkultur sinnlich und körperlich erfahrbar sind, ohne auf erotische Klischees reduzierbar zu sein.
Die Bundesrepublik würdigt Brasilien gleich mit zwei großen Ereignissen: Im Jahr 2013 ist Brasilien Gastland der Frankfurter Buchmesse. Gleichzeitig wird ein Deutschlandjahr in Brasilien stattfinden. Beide Ereignisse bieten dem Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) den Anlass, vertieft über die Kulturbeziehungen zwischen beiden Ländern nachzudenken. Die im Rahmen des neuen ifa-Stipendienprogramms "Kultur undAußenpolitik" entstandene Studie geht den Fragen nach, wo die deutsch-brasilianischen Kulturbeziehungen auf bewährte Formen des Dialogs zurückgreifen können, wo sich indes auch Defizite zeigen und wie die Akteure der Kulturarbeit beiderLänder dem neuen Stellenwert Brasiliens auch mit neuen Programmen und Strategien begegnen müssen.
Dabei warnt der Autor davor, sich auf der langjährigen gemeinsamen Geschichte und den positiven Erfahrungen der Vergangenheit auszuruhen: Die Vernachlässigung Lateinamerikas in der letzten Dekade durch neue Herausforderungen wie deminternationalen Terrorismus, der EU-Osterweiterung und den aufstrebenden ostasiatischen Staaten haben dazu beigetragen, dass Teile der EntwicklungBrasiliens nicht ausreichend zur Kenntnis genommen wurden. Man müsse, so die These des Autors, das neue Selbstbewusstsein Brasiliens genauso ernst nehmen wie die neue Konkurrenz vor Ort, da nicht nur weitere europäische Staaten, sondern auch Länder wie Russland, Iran, China und Indien mittlerweile versuchen, in Brasilien kulturpolitisches Terrain zu erobern. Es gilt jetzt, die oft als selbstverständlich vorausgesetzte Freundschaft zu einer echten Partnerschaft werden zu lassen, um den Herausfordernungen der Zukunft gemeinsam begegnen zu können.
Der Autor sammelt Beispiele für zukunftsweisende bilaterale kulturelle Initiativen und regt weitere Maßnahmen an, um den deutsch-brasilianischen Beziehungen in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts neuen Schwung zu verleihen. Für sein Engagement möchte ich mich herzlich bedanken. Seiner Studie wünsche ich eine große Resonanz, damit die deutsch-brasilianischen Beziehungen nicht nur im Deutschlandjahr adäquat gewürdigt, sondern auch für die weitere Zukunft auf den richtigen Weg gebracht werden.
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